Zisch-Interview mit einer Biologin

"Es gibt viele unterschiedliche Arbeitsbereiche"

Kentaro Wendland, Klasse 4a, Hebelschule, Nollingen

Von Kentaro Wendland, Klasse 4a, Hebelschule, Nollingen (Rheinfelden)

Mi, 24. Juli 2019 um 09:48 Uhr

Zisch-Texte

Zisch-Reporter Kentaro Wendland aus der Klasse 4a der Hebelschule in Rheinfelden-Nollingen hat die Biologin Anita Lincke interviewt.

Anita Lincke bearbeitet bei der Stadtplanungs- und Umweltabteilung Rheinfelden (Baden) unter anderem Planungen, zum Beispiel für den Artenschutz.

Zisch: Wie viele Arten von Biologie gibt es?
Lincke: Es ist ein sehr weites Fach. Es geht um Pflanzen und um Tiere. Um ganz Großes oder ganz Kleines. Man kann sich aussuchen, welche von mehreren Arten der Biologie man wählt: Forschung, die meist in Labors und Universitäten stattfindet, oder man arbeitet zum Beispiel als Lehrer, im Zoo, im Museum, in einem Fachbüro oder im Naturschutz. Das ist dann mehr draußen. Es gibt viele sehr unterschiedliche Arbeitsbereiche.
Zisch: Ist der Beruf anstrengend?
Lincke: Geistig manchmal ja. Sowohl im als auch nicht im Büro. Es ist wichtig, Konzentration zu haben und Ausdauer, Neugier, Genauigkeit und Durchhaltevermögen.
Zisch: Was mussten Sie für diesen Beruf studieren?
Lincke: Nach dem Abitur kann man an einer Universität studieren. Besonders in Chemie, Physik und Mathe muss man sehr viel lernen. Und natürlich in den verschiedenen biologischen Fachbereichen.
Zisch: War das Studium anstrengend?
Lincke: Ja. Jedes Studium ist anstrengend. Aber wenn man etwas gerne macht, dann wird es einfacher.
Zisch: Wie lange dauert das Studium?
Lincke: Zur Zeit sind es drei bis fünf Jahre.
Zisch: Wie sind Sie bis hierher gekommen?
Lincke: Nach dem Studium kamen verschiedene Praktika, zum Beispiel im Wattenmeer in Norddeutschland und bei Büros.
Zisch: Wie lange dauert es, bis man eine Forschung erforscht hat?
Lincke: Es braucht meistens mehrere Jahre, um die Antwort herauszufinden. Wenn man zum Beispiel wissen möchte, wie sich Pflanzen an einem Ort entwickeln, dann hängt die Dauer der Forschung von der Entwicklung und dem Wachstum der Pflanzen ab. Wenn man etwas zu einer Tierart herausfinden möchte, hängt es von der Tierart ab und wie sie sich verhält.
Zisch: Haben Sie schon einmal bei einem Experiment ein Tier getötet?
Lincke: Im Studium muss man sich natürlich sehr genau die Tiere ansehen. Das geht dann nur mit toten Tieren. Man kann eine tote Maus in einer Gruppe oder allein untersuchen. Meist wird das in der Gruppe gemacht, damit nicht so viele Tiere getötet werden müssen.
Zisch: Was muss man bei einer Forschung beachten?
Lincke: Auf mögliche Fehler muss man achten und auf Schwierigkeiten. Eine Forschung kostet außerdem viel Geld und dauert meist lange. Es gibt auch Überraschungen.
Zisch: Helfen Biologen, Tiere zu retten?
Lincke: Sie helfen, einzelne Tiere zu retten, zum Beispiel wenn bei einer Froschwanderung die Frösche durch einen Tunnel unter einer Straße hindurchkommen sollen. Da könnte es zum Beispiel um den genauen Ort, wo der Tunnel sein soll, gehen. Aber natürlich retten sie auch ganze Arten, indem sie helfen, den Lebensraum der Tiere zu schützen.