USA

Die Amazon-Stadt Seattle ist unfassbar reich – aber auch unfassbar arm

Gerd Schild

Von Gerd Schild

Fr, 14. Februar 2020 um 18:02 Uhr

Ausland

BZ-Plus Kritik ist hier so allgegenwärtig wie Bewunderung: Amazon hat seinen Hauptsitz in Seattle. Das Unternehmen zahlt kaum Steuern – und fördert stattdessen Hilfsprojekte. Wie lebt es sich dort?

Zehn Jahre besaß Susan Russel keine Wohnung. Nach einem Autounfall konnte sie nicht mehr auf dem Bau arbeiten und verlor alles. Zehn Jahre ohne sicheren Schlaf, ohne Schutz vor Gewalt und Übergriffen. "Das Leben als Obdachlose ist die einsamste, entmenschlichendste und gefährlichste Erfahrung, die man sich vorstellen kann", sagt die 58-Jährige heute.

Derzeit lebt sie in einer Obdachlosenunterkunft in Seattle, der Stadt, die durch Amazon reich geworden ist. Dort errichtete der Onlinehändler 2010 sein Hauptquartier, aktuell arbeiten mehr als 50.000 Menschen hier – das sind zehnmal so viele wie vor zehn Jahren. 2018 entschied sich der Konzern auch, eine zweite Zentrale zu bauen; mehr als 200 Städte hatten sich für den Firmensitz beworben. Hohe Gehälter und Subventionen hatten sie sich erhofft und im Gegenzug mit Steuererleichterungen und Subventionen gewunken. Die Wahl fiel auf einen Vorort in Washington D. C. und New York; von Letzterer allerdings zog sich Amazon nach Protesten wieder zurück.

Mehr als 11.000 Menschen in Seattle gelten als obdachlos
Denn was so ein Geschäftsriese mit einer Stadt macht, kann man gut in Seattle beobachten. In dieser Metropole im nordwestlichen US-Staat Washington klafft die Schere zwischen Arm und Reich extrem auseinander. Eine immense Auswahl an Restaurants, Clubs und Galerien, Glastürme in der Innenstadt, Seen und Berge im Umland – das ist die eine, sehr lebenswerte Seite von Seattle. Zelte unter Autobahnbrücken und mitten auf dem Gehsteig, um Geld oder Essen bittende Menschen und alte Autos am Straßenrand mit von Atem beschlagenen ...

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