Sprachaustausch

Nutzt die Chance

Christian Bong, Klasse 9a, Erasmus-Gymnasium

Von Christian Bong, Klasse 9a, Erasmus-Gymnasium (Denzlingen)

Di, 11. Februar 2020 um 12:31 Uhr

Schülertexte

Zischup-Reporter Christian Bong aus der Klasse 9a des Erasmus-Gymnasiums in Denzlingen war zum Schüleraustausch im französischen Carcassonne. Sein Rat: Probiert es auch mal aus!

Wie jedes Jahr gab es für 24 Schüler der achten Klasse des Erasmus-Gymnasiums in Denzlingen die Möglichkeit, für eine Woche hinter die Kulissen einer französischen Schule zu gucken und dort Gast in einer Familie zu sein. Der Austausch fand im April 2019 mit Schülern des Collège André Chénier in Carcassonne statt, die im Gegenzug einen Monat später uns und unsere Schule besuchten.

Ich war froh, dass ich teilnehmen durfte und war sehr gespannt auf meinen Austauschschüler, seine Familie und meine neue Umgebung. Über kleine Steckbriefe hatten die Lehrer uns schon gegenseitig zugeordnet. Er hieß Mathis, ist zwei Tage jünger als ich, hat noch einen jüngeren Bruder und eine süße Katze – wie wir auch. Wir konnten über das Internet schon mal die ersten E-Mails austauschen, daher war ich nicht mehr ganz so aufgeregt.

Nach insgesamt zehn Stunden Anreise kamen wir endlich an unserem Ziel an. Wir wurden herzlich von unseren Familien empfangen und nach Hause mitgenommen. Als Gastgeschenke habe ich Schwarzwälder Schinken, ein Osterlamm und Schokohasen, Gummibärle, eine Magnet-Kuckucksuhr für den Kühlschrank und Tannenhonig geschenkt. Sie haben sich sehr darüber gefreut.

Am nächsten Morgen fuhr uns Edith, die Mutter, in die französische Schule. Sie haben von acht Uhr morgens bis fünf Uhr nachmittags Schule. Danach müssen sie noch Hausaufgaben machen. Trotzdem sind wir im Unterricht weiter. Eine Unterrichtsstunde dauert 55 Minuten. Tagsüber machten wir gemeinsame Ausflüge, und der Abend wurde mit den Gastfamilien zusammen verbracht.

Der erste Ausflug ging nach Carcassonne. Das bekannte Wahrzeichen der südfranzösischen Stadt ist eine große mittelalterliche Festung, die auf der Liste des UNESCO- Weltkulturerbes steht. Natürlich wurden Festung und Altstadt der schönen Stadt besichtigt. Am nächsten Tag haben wir mit einer Rallye Toulouse erkundet, sogar die Pyrenäen haben wir gesehen. Das Schönste war das gemeinsame Kajakfahren, denn zum Segeln gab es keinen Wind. Die anderen haben den Austausch ähnlich erlebt.

Die Familie war sehr nett, aber sie konnte kein Deutsch, so dass ich wirklich viel selbst sprechen musste. Ich hätte nicht gedacht, wie gut wir uns schon verständlich machen können. Mathis schlief in dieser Woche bei seinem Bruder, und ich durfte sein Zimmer haben. Im Gegenzug ging das bei uns nicht, sondern er schlief mit mir in meinem Zimmer in einem Doppelstockbett. Das Essen schmeckte mir, auch wenn es anders war als bei uns, denn es gab zwei Mal am Tag warmes Essen und täglich frisches Baguette.

Ich war mit Mathis bei seinem Aikido-Training, was ganz lustig war. Das Wochenende sollte individuell von den Austauschülern und ihren Familien gestaltet werden. Meine Familie hat mit mir einen Ausflug in eine Höhle, die Grotte Carespine, unternommen.

Insgesamt war es eine tolle, aber auch anstrengende Erfahrung – und auch der Gegenaustausch kurze Zeit später war interessant. Wir haben zuvor schon viel in der Familie überlegt, was gekocht und welche Ausflüge gemacht werden sollen. Mathis sollte ja auch einen typisch deutschen Eindruck erhalten. Ich würde jederzeit wieder einen Sprachaustausch mitmachen – und das auch weiterempfehlen, denn so eine Möglichkeit, ein fremdes Land zu erleben, gibt es in dieser Form sonst nicht. Und man glaubt gar nicht, was man so alles mit der Fremdsprache hinbekommt, die man mühsam im Unterricht gelernt hat.


Erstaunlich fand ich, dass die Franzosen – oder zumindest Mathis – im Vergleich noch nicht so viel Deutsch oder auch Englisch konnten, was uns aber nicht gestört hat. Er hat leider jeden Abend nach Hause telefoniert oder mit den Kameraden geredet, wodurch er wenig Deutsch gesprochen hat. Uns alle hat etwas genervt, dass die Franzosen viel an den Handys hingen und ziemlich laut im Unterricht waren.Toll, dass Angelika Müller und Wolfgang Glaeser von unserer Schule diesen interessanten Austausch ermöglicht haben!

Neben dem Kennenlernen des Schulalltags unserer französischen Nachbarn standen Ausflüge nach Toulouse, Narbonne oder ans Meer auf dem Programm.
Was unterscheidet sich am auffälligsten von Deutschland?
A: Am meisten unterscheidet sich die Schule. Früher war das Collège ein Hotel. Der Direktor wohnt sogar in der Schule und in der Pause ist das Essen verboten. Es gibt eine kleine Pause um 10.00 Uhr und eine um 15.00 Uhr. Ebenfalls gibt es eine Mittagspause um 12.00 Uhr, in der die Schülerinnen und Schüler in der Cafeteria essen können. Die Unterrichtsstunden dauern 60 Minuten.
Was war der schönste Ausflug?
A: Am schönsten war das Segeln in Narbonne. Man durfte in Gruppen von vier Personen auf ein Segelboot und alles selbst steuern.
Hast du dich in deiner Gastfamilie wohlgefühlt?
A: Unsere Gastfamilien waren sehr freundlich. Wir wurden gut integriert.
Das leckerste Essen, welches du dort gegessen hast, war...?
Das Beste waren die selbstgemachten Crêpes und eine Schinkenquiche.
Wie viel hast du dort während des Unterrichts verstanden (in Prozent)?
A: Ungefähr 20 bis 25%.
Würdest du wieder nach Carcassonne reisen?

Ja, auf jeden Fall. Es gibt traumhafte Landschaften und wir haben die Pyrenäen gesehen.
Hat sich die Gastfamilie über das Gastgeschenk gefreut? Was habt ihr geschenkt?
Ich habe Schwarzwälder Schinken ein Osterlamm und Schokohasen, Gummibärle, eine Magnetkukucksuhr für den Kühlschrank und Honig geschenkt. Sie haben sich sehr darüber gefreut.