Umfrage

Reichen die Soforthilfen für kleine Unternehmen in Bad Säckingen und Umgebung aus?

Stefan Ammann

Von Stefan Ammann

Mi, 25. März 2020 um 10:37 Uhr

Bad Säckingen

Die Landesregierung will Firmen mit bis zu 50 Beschäftigten unterstützen. Reicht das Geld aus oder ist das nur ein Tropfen auf den heißen Stein? Die BZ hat Selbstständige und Kleinunternehmer in Bad Säckingen und Wehr gefragt.

Stephan Ruthe (Parfümerie): "Im Prinzip ist das schon ein Tropfen auf den heißen Stein, wenn man überlegt, wie lange das gehen könnte und welche laufenden Zahlungen wir damit deckeln müssen. Wir müssen Mieten und Angestellte zahlen. Geschweige denn das eigene Leben zu finanzieren – das kann man vergessen. Wir werden Kredite in Anspruch nehmen müssen. Auch wenn sich die Situation wieder normalisiert, wird ja nicht sofort alles wieder wie vorher werden. Wir werden lange brauchen, bis wir das wieder aufgebaut haben."

Irene Schwarz (Bastelgeschäft Butz): "Ich finde gut, dass was gemacht wird. Es beruhigt natürlich ein bisschen, wenn man weiß, dass der Staat einem hilft. Wie weit diese Hilfe aber reicht, weiß noch niemand."

Manfred Waßmer (Versicherungen): "Das würde auf jeden Fall weiterhelfen. Die Bestandsprovisionen, die wir im Moment bekommen, deckt gerade die Miete, Gehälter und Krankenversicherung ab. Für mich bleibt da kein Lohn mehr übrig, weil wir im Moment keine Neuabschlüsse mehr machen."

Eva-Maria Götte (Reisebüro): "Helfen tut es auf jeden Fall. Ob das ausreicht, kann ich erst sagen, wenn ich weiß, wann die Situation zu Ende ist. Wir haben nicht nur keine neuen Buchungen, sondern müssen auch noch Provisionen zurückzahlen. Mein Appell an die Kunden: Stornieren Sie bitte nicht, sondern buchen Sie um und unterstützen Sie Ihr Reisebüro vor Ort."

Ute Jost (Autohaus): "Kommt ganz drauf an, wie lange die Unterstützung reichen soll. Ein Autohausgelände kostet natürlich mehr Pacht als ein Ladenlokal. Im Moment haben wir noch gut zu tun. Ab April wird’s dann aber deutlich weniger. Solange wir nicht schließen müssen und zumindest noch mit angezogener Handbremse weitermachen können, ist unsere Not nicht ganz so groß."

Gabriele Volk (Buchhandlung): "Wir müssen abwarten. Ob die Unterstützung ausreicht, hängt ganz davon ab, wie lange das alles andauert."
Soforthilfen für kleine Unternehmen

Selbstständige und kleine Unternehmen in Baden-Württemberg sollen finanzielle Hilfe bekommen. In einer Sondersitzung hatte die Landesregierung bereits am Sonntag grünes Licht dafür gegeben. Sogenannte Solo-Selbstständige und Firmen mit bis zu fünf Beschäftigten sollen bis zu 9000 Euro für drei Monate erhalten. Für Firmen mit bis zu zehn Beschäftigten gibt es maximal 15 000 Euro, Betriebe mit bis zu 50 Beschäftigten sollen bis zu 30 000 Euro bekommen können. Das Geld soll helfen, Existenzen zu sichern und Liquiditätsengpässe zu kompensieren. Anträge können von Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten gestellt werden, die ihren Hauptsitz in Baden-Württemberg haben. Möglich ist eine Antragstellung ab Mittwochabend, 25. März, online unter http://www.bw-soforthilfe.de