Pannenmeiler

Revisionsarbeiten am Akw Leibstadt dauern länger als geplant

David Rutschmann

Von David Rutschmann

Fr, 15. Oktober 2021 um 08:38 Uhr

Südwest

Das Atomkraftwerk Leibstadt steht in der Vergangenheit nach Pannen immer wieder still. Diesmal ist allerdings eine Revision die Ursache. Es kommt zu Verzögerungen bei den Arbeiten.

Die seit Ende Mai laufende Jahreshauptrevision in dem Atomkraftwerk gegenüber von Dogern war ursprünglich für fünf Monate anberaumt gewesen und müsste daher Ende Oktober abgeschlossen werden. Nun teilt das Unternehmen auf seiner Website mit, dass die Revision doch bis Anfang Dezember dauern wird.

Erst dann wird die Stromproduktion im leistungsfähigsten Atomkraftwerk der Schweiz, das nach eigenen Angaben 14 Prozent des einheimischen Strombedarfs deckt, aufgenommen. Doch wie kommt es zur Verzögerung bei den Revisionsarbeiten? Laut Auskunft von Thomas Gerlach, Mediensprecher im Kernkraftwerk, habe sich erst vor wenigen Wochen abgezeichnet, dass der anvisierte Zeitplan nicht eingehalten werden könne. "Die Verzögerung betrifft die Installation von Kleinleitungen am Umwälzsystem. Das sind sehr viele Einzelarbeiten, die deutlich länger dauern als gedacht. Aufgrund beschränkter Platzverhältnisse lassen sich die Arbeiten auch nur beschränkt beschleunigen", so der Sprecher.

Teure Verzögerung für Strommarkt

Er merkt an, dass es sich bei der aktuellen Jahresrevision um "ein einmaliges Modernisierungsprojekt" handle. So wurden der Kondensator und das Reaktorumwälzsystem des 1984 ans Netz gegangenen Kernkraftwerk ausgetauscht. Die anfallenden Aufgaben seien nicht einfach nur Routine, was eine gewisse Unberechenbarkeit mit sich bringe.

Für die Schweizer Energiehändler bedeutet das: Sie müssen sich anderweitig Strom besorgen. "Die Produktion des Kernkraftwerks Leibstadt ist bereits verkauft. Wir müssen nun für die Zeit, in der das Werk zusätzlich still steht, Ersatz beschaffen. Die Kosten können wir allerdings erst konkret beziffern, wenn der Ersatz beschafft ist", sagt Noël Graber, Mediensprecher von Axpo – der Energiedienstleister ist einer der Anteilseigner des Kernkraftwerks.