RhineCleanup

Rheinfelder sammeln säckeweise Müll am Rhein ein

Martin Eckert

Von Martin Eckert

Mo, 14. September 2020 um 09:23 Uhr

Rheinfelden

Beim RhineCleanup befreien Freiwillige den Rhein und seine Zuflüsse vom Müll. Auch in Rheinfelden beteiligen sich Einwohner an der Aktion. Etliche Eimer und Säcke an Müll kommen dabei zusammen.

Die Organisation RhineCleanup hat auch in diesem Jahr dazu aufgerufen, an einem Wochenende den Rhein und seine Zuflüsse vom Müll zu befreien. Insgesamt beteiligten sich laut Organisatoren 400 Gruppen mit 35.000 Helfern an der Aktion, die 320 Tonnen Müll einsammelten. Auch Rheinfelder trugen ihren Teil dazu bei: Die SPD-Ortsvereine Rheinfelden und Karsau waren on Tour, ebenso wie die Wassersportfreunde Warmbach.

Bewaffnet mit Müllsäcken, Eimern, Handschuhen und zwei Greifern säuberten Mitglieder das Rheinufer zwischen ihrem Clubgelände bis über das Hertener Loch hinaus. Dabei konnten in zweieinhalb Stunden sieben Säcke voller Müll gesammelt werden. Und das, nachdem der Bereich schon letztes Jahr von den Wassersportfreunden gesäubert wurde, und die Menge an Müll somit in nur einem Jahr angefallen war.

Eine schweißtreibende Arbeit

Bei den sommerlichen Temperaturen war es jedenfalls sehr schweißtreibend, denn es wurde nicht nur der Müll entlang der Wegränder eingesammelt, sondern auch im Dickicht und am Steilufer, was so manch waghalsige Kletteraktion nötig machte. Neben unzähligen Flaschen, Verpackungsmüll und Beuteln mit Hundekot wurden auch ein Kochtopf, eine Lötlampe, eine Heckenschere und ein Gartenzwerg gefunden. "Absolutes Modegetränk muss dieses Jahr der Wodka sein, so viel leere Flaschen wie wir gefunden haben", scherzten die fleißigen Helfer.

Auf wenig Verständnis stießen die Hundehalter, die zwar den Kot ihrer Tiere in Plastikbeutel einpackten, aber diese dann in der Natur entsorgten. "Dann sollen sie es doch lieber sein lassen, der Kot verrottet immerhin wieder, aber das Plastik nicht", so Stefan Senger. Einig war man sich auch, dass der Pfand viel zu billig ist, bei der Anzahl an leeren Flaschen und Dosen.

"Es ist unser Lebensraum und da wollen wir versuchen, den Fluss und den Uferbereich sauber zu halten, und hoffen auch auf ein Umdenken der Leute." Stefan Senger

Rund ums Hertener Loch musste die Truppe besonders vorsichtig sein, gab es doch jede Menge Tretminen in Form von menschlichen Hinterlassenschaften, die natürlich nicht eingesammelt wurden. Auffällig war auch, je besser der Ort mit dem Auto zu erreichen war, desto mehr Müll lag herum.

Insgesamt zogen die Wassersportfreunde ein positives Resümee. "Für uns steht die Umwelt im Vordergrund und wir wollen etwas für die Natur machen. Es ist unser Lebensraum und da wollen wir versuchen, den Fluss und den Uferbereich sauber zu halten, und hoffen auch auf ein Umdenken der Leute", so Senger.

Energiedienst stellt eine Verpflegungsstation

Nächste Jahr wollen sich die Wassersportfreunde auf jeden Fall wieder an der Aktion beteiligen. Das gilt auch für die SPD-Ortsvereine Karsau und Rheinfelden, wie Karin Paulsen-Zenke mitteilt. Ihrem Aufruf waren am Samstag 50 Helfer gefolgt, die gemeinsam den Rheinuferweg von Müll befreiten. Unterstützt wurde die Aktion erstmals durch Energiedienst mit einer Verpflegungsstation, die bei den sommerlichen Temperaturen von den Teilnehmern auch dankbar genutzt wurde. " Das ist eine tolle Aktion, die wir gerne mit unterstützen" so Roman Gayer vom Energiedienst, der sich mit Mitarbeitern und der ganzen Familie am Rhine CleanUp beteiligte.

Die Helfer schwärmten vom Treffpunkt Ausstellungspavillon in Richtung Adelberg und Schloss Beuggen aus, um Rheinufer und die Straßen und Wege zu säubern. "Innerhalb kürzester Zeit hatte alle das Jagdfieber gepackt und nach zwei Stunden hatten sich sechs prall gefüllte Müllsäcke, zwei große Eimer mit Leergut, drei in der Landschaft abgestellte Einkaufswagen ebenso wie mehrere Grillroste und als ’Highlight’ ein demolierter Katzenkratzbaum am Treffpunkt angesammelt", heißt es in dem Bericht weiter.

Deutlich mehr Müll als im 2019

Das sei fast doppelt so viel Müll wie im vergangenen Jahr, erklärte Paulsen-Zenke, und das, obwohl auch der Bauhof und Energiedienst die Wege regelmäßig kontrollieren und einmal monatlich die Agenda-Gruppe Rheinuferweg hier Müll sammelt.