Rheinradweg mit Potenzial

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Do, 08. August 2019

Efringen-Kirchen

Exkursionsteilnehmer notieren Ideen für Verbesserungen, die im Rahmen der Zertifizierung des Wegs vorgeschlagen werden sollen.

EFRINGEN-KIRCHEN (BZ/vl). Keine Frage, der Radweg entlang des Rheins ist für Naherholungssuchende von besonderer Bedeutung und auch von Touristen geschätzt. Eine Rolle spielt er aber auch als Pendlerroute. Anwohner kritisieren allerdings, dass der Weg mit der Umgestaltung im Zug der Hochwasserschutzarbeiten an Attraktivität verloren habe. Anlass für den SPD-Ortsverein Efringen-Kirchen, den Weg zu testen und nach Verbesserungsideen zu suchen. Zumal Ideen mit Blick auf die geplante Zertifizierung des Radwegs gerade ausdrücklich gewünscht sind.

Der Anlass
Ausgelöst wurde die Fahrradexkursion durch die Beobachtungen eines Bürger aus Kleinkems. Er hatte sich an den SPD-Ortsverein gewandt, schildert dessen Vorsitzender Armin Schweizer in einer Mitteilung. Der Kleinkemser bemängelte dabei vor allem die Streckenführung, die im Zuge der Auskiesung in den bereits fertiggestellten Abschnitten zwischen Kleinkems und Weil am Rhein entstanden ist. Der Weg führt nun streckenweise nicht mehr dem Rhein entlang. Er sei zu einem A 5-Radweg geworden, moniert der Kleinkemser. "Der Weg ist nicht mehr ausreichend beschattet, führt eintönig geradeaus und man ist als Radler Abgasen, Lärm und dem Wind ausgesetzt", so der Bürger. Besonders für Fahrten mit Familien mit Kindern sei dies ungünstig. Er war sogar beim für die neue Strecke verantwortlichen Regierungspräsidium in Freiburg vorstellig geworden. Dieses, so berichtete er der SPD, habe ihn auf seine Nachfrage wissen lassen, dass eine andere Streckenführung "nicht möglich" sei.

Die Fahrradexkursion
Einige interessierte Bürgerinnen und Bürgern schlossen sich der Rheinradwegbegutachtung kürzlich an, sie führte von Kleinkems zur Kander-Mündung. Eines schickt der SPD-Ortsverein in seiner MItteilung an die Presse gleich voraus: dass der Rheinweg sehr gut genutzt werde, sowohl von Radfahrern, als auch von Spaziergängern, und dass er nur wenige Mängel aufweise.

Die Verbesserungsvorschläge
In den Teilbereichen mit Kiesbelag könnte dieser durch verdichteten Sandbelag aufgewertet werden, führt die SPD zu ihren Vorschlägen nach der Radtour auf. Entlang der A 5 gebe es bisher einzelne Dämme, ein durchgängiger Damm mit drei Metern Höhe würde für mehr Lärmschutz sorgen. In einem anderen Teilabschnitt an der Autobahn nördlich der Ausfahrt Efringen-Kirchen könnten Bäume für Beschattung sorgen. Vorhandene Bäume stünden zu weit vom Rheinweg entfernt. In einem Teilbereich vor den Isteiner Schwellen gebe es eine 90-Grad-Kurve, die für Familien mit Rädern und Anhängern schwierig sei, da sei eine Verbesserung angebracht. Im Anschluss an die Brücke ist der Rheinweg über eine längere Strecke nur zwei Meter breit, auch das wird moniert. Ungünstig auch, haben die Exkursionsteilnehmer festgestellt, dass Autofahrer den Rheinweg zum Parken benutzen. Der Weg sollte mit Schranken für Autos gesperrt werden, Rettungskräfte müssten diese aber öffnen können. Und noch etwas fänden die Teilnehmer schön: "Einen Kiosk, wo man zumindest im Sommer Getränke und/oder beispielsweise ein Eis bekommen könnte." Derzeit gebe es zwischen dem Yachthafen in Märkt und Bad Bellingen nichts zum Einkehren. Auch ein weiterer Zugang zum Rheinschwimmen wäre wünschenswert.

Die Zertifizierung
Der SPD-Ortsverein hat in Erfahrung gebracht, dass der gesamte Rheinradweg im Rahmen eines Interreg-Programms als ECF-Route neu zertifiziert werden soll. ECF steht dabei für Europäischer Radfahrer Verband. Die vom Verkehrsministerium beauftragte Landesorganisation "Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg" hat der SPD auf deren Nachfrage mitgeteilt, dass Vorschläge für Verbesserungen im Rahmen dieser Zertifizierung nicht nur möglich, sondern auch gewünscht seien. Im Rahmen der Neuerungen könnten Schwachstellen ausgemerzt werden. Die Vorschläge müssten jedoch über die Gemeinde ans Landratsamt geleitet werden, das diese wiederum ans Tourismus Marketing weiterleitet. Aus dem Grund hat sich Armin Schweizer an Bürgermeister Philipp Schmid gewandt. Schweizer bittet Schmid, die Vorschläge an das Landratsamt beziehungsweise an die dortige Tourismusbeauftragte weiterzuleiten.