BZ-Interview zum Pumpspeicherkraftwerk

EnBW: "Wir sehen eine robuste Chance für Atdorf"

Katja Mielcarek

Von Katja Mielcarek

Do, 24. Juli 2014 um 19:45 Uhr

Südwest

Glaubt die EnBW noch an den Bau des umstrittenen Pumpspeicherwerks? Werner Götz, der bei der EnBW für das 1,7-Milliarden-Projekt zuständig ist, im BZ-Interview.

BZ: Ihr Partner RWE – neben EnBW der zweite Aktionär der Schluchseewerk AG, die das Pumpspeicherwerk Atdorf bauen will, hat sich jüngst aus dem Projekt verabschiedet. Was lässt EnBW an dem geplanten Pumpspeicherwerk festhalten?
Götz: Vor allem die Tatsache, dass Pumpspeicherwerke energiewirtschaftlich weiterhin die einzige großtechnische Möglichkeit sind, Energie mit hohem Wirkungsgrad und hoher Reaktionsschnelligkeit zwischenzuspeichern. Nicht so klar zu beantworten ist zum jetzigen Zeitpunkt die Frage der Wirtschaftlichkeit. Aber auch hierzu gibt es aus unserer Sicht durchaus viele Argumente dafür, dass sich der Betrieb von Atdorf lohnen kann. Es gibt selbstverständlich auch noch viele Unsicherheiten, aber die Signale, die wir am Markt sehen, waren für uns stark genug, um das Projekt bis zum rechtsgültigen Planfeststellungsbescheid weiter zu finanzieren. Um es deutlich zu sagen: Wir wollen Atdorf bauen und wir sehen heute eine robuste Chance für Atdorf. Die ist aber noch nicht so konkret, dass sie eine Investitionsentscheidung für mehr als eine Milliarde Euro rechtfertigen könnte.

BZ: Was lässt Sie auf einen wirtschaftlichen Betrieb des Pumpspeicherwerks Atdorf hoffen? Unter den jetzigen Rahmenbedingungen wird der ausgeschlossen.
Götz: Der Geschäftsbereich von Pumpspeicherwerken ist ihre Flexibilität, ihre Systemdienlichkeit und die Möglichkeit, Marktchancen zu nutzen. Das heißt, wir nutzen die sogenannten Preis-Spreads, die Strompreisdifferenzen. Wir kaufen den Strom, den wir zum Pumpen brauchen, wenn er wegen der geringen Nachfrage oder ...

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