Scharfe Ringkampfkost

Thomas Fehrenbach

Von Thomas Fehrenbach

Mo, 02. Dezember 2019

Ringen

Erstligist RKG Freiburg unterliegt zu Hause Urloffen mit 7:23.

FREIBURG. Der Blick von Luigi Tascillo, Trainer des Ringer-Erstligisten RKG Freiburg, verhieß vor dem Heimderby gegen den ASV Urloffen nichts Gutes – und er sollte recht behalten. Die bis dato an letzter Stelle liegenden Meerrettichstädter servierten in der Vigeliushalle vor 200 Besuchern derart scharfe Ringerkost zu bieten, die den RKG-Athleten den Atem nahm – und so gingen die Gäste als verdienter 23:7-Sieger von der Matte.

Vor dem ersten Mattenduell gab es für die Gastgeber allerdings Grund zum Feiern. Drei moldawischen Ringer in Diensten der Freiburger, Mihail Lapp, Mihail Bradu und Freistiltrainer Ion Vasilachi, bekamen für ihre Podestplätze bei der nationalen Meisterschaft von den RKG-Verantwortlichen eine Flasche Sekt überreicht. Was danach aber folgte, schmeckte für die Einheimischen eher nach abgestandem Selters. Hatten die Breisgauer den Hinkampf noch knapp mit 15:14 für sich entschieden, war das ASV-Ensemble voll auf Revanche programmiert. "Wir wussten, dass wir in der Rückrunde stärker sind", sagte hinterher der 26-jähringe Ex-Freiburger Freistil-Weltergewichtler Stefan Käppeler mit einem Lächeln im Gesicht. Es war sein erster Kampf an alter Wirkungsstätte, nachdem er vor zwei Jahren seinen Studienort von Freiburg nach Bayreuth verlegte und sich entschied, auch einen "Tapetenwechsel" in puncto Verein vorzunehmen. In der vergangenen Runde musste der Student der Sport-Technologie jedoch eine Zwangspause einlegen und konnte wegen einer Schulterverletzung keinen einzigen Kampf für seinen neuen Klub absolvieren.

Drei Schlüsselkämpfe hatte Tascillo im Vorfeld ausgemacht, die "alle daneben gingen". So unterlag in der Klasse bis 61 Kilogramm RKG-Freistiler Mihail Lapp dem Urloffener Nico Megerle in einem punkteträchtigen Kampf mit 6:15, wobei Mattenleiter Wolfgang Spänle (Bruchsal) sich keineswegs als Heimschiedsrichter entpuppte und sich bei zwei Aktionen den lautstarken Unmut des RKG-Anhangs zuzog. Ebenso musste Artur Muraydan (71 Kilogamm/Freistil) überraschend dem ASV-Jugendlichen Daniel Fischer mit 6:9 Punkten den Vortritt lassen, wie auch im fünften und letzten Kampf vor der Pause Greco-Leichtgewichtler Andrej Janzen. Er kassierte gegen Van Chlovelle Meier nach 4:30 Minuten einen Schulterniederlage. "Nach dem 3:13-Rückstand war die Luft dann bei uns draußen", konstatierte Tascillo, der dem Gast einen "klar verdienten Sieg" bescheinigte.

Lediglich zweimal hob Mattenleiter Wolfgang Spänle den Arm einen RKG-Ringers zum Zeichen des Sieges in die Höhe. Schwergewichter Armands Zvirbulis kam gegen den passiv ringenden Leo Kempf nach der Eichhörnchen-Methode (Punkt um Punkt) zu einem 10:0-Erfolg, dagegen benötigte Greco-Spezialist Mihail Bradu (80 Kilogramm) gegen Raphael Langenecker nur 44 Sekunden, um als Schultersieger die Matte wieder zu verlassen.