In Extremo

ROCK: Rauer Sound für raue Zeiten

Stefan Rother

Von Stefan Rother

Mi, 20. Mai 2020

Rock & Pop

Mit ihrer neuen Platte sind In Extremo zum vierten Mal in Folge auf Platz eins in die Charts eingestiegen. Das 13. Studioalbum setzt zunächst auf Bewährtes: Bereits im Eröffnungsstück "Troja" gibt es rockige Gitarren in den Strophen, im Refrain setzen die Dudelsäcke ein. Daneben bemüht man sich um Abwechslung. Gut funktioniert die Zusammenarbeit mit der Ska-Polka Formation Russkaja, die im treibenden "Gogiya" mündet. In "Wer kann segeln ohne Wind" will sich der Beitrag der Melodic-Death-Metal-Band Amon Amarth dagegen nicht recht einfügen. Textlich gibt es politische Anflüge, die weniger überzeugen. "Lügenpack" bleibt unbestimmt, "Saigon und Bagdad" verknüpft Kriegsherde mit einer anklagenden Kinderstimme. Dann doch lieber ein zünftiges Trinklied wie "Reiht Euch ein Ihr Lumpen" – selbst wenn man das so ähnlich von den Shanti-Rocker Santiano kennt.

In Extremo: "Kompass zur Sonne"
(Vertigo Berlin/Universal Music).