Coronakrise

Rotes Kreuz bietet Einkaufsdienste im nördlichen Breisgau an

Andrea Steinhart

Von Andrea Steinhart

Mi, 25. März 2020 um 15:17 Uhr

Gundelfingen

Wer zu einer Corona-Risikogruppe gehört oder unter Quarantäne steht, kann in Denzlingen, Gundelfingen und Glottertal auf die Unterstützung Ehrenamtlicher zählen. So läuft das Angebot ab.

Die Corona-Krise stellt die Menschen vor viele Herausforderungen, auch in den Gemeinden nördlich von Freiburg. So sollen die alten und kranken Menschen möglichst zuhause bleiben und auch nicht mehr einkaufen gehen. Die Ortsverbände des DRK in Gundelfingen, Denzlingen, Vörstetten und Glottertal bieten deshalb jetzt einen kostenlosen Einkaufsservice an, damit die Risikogruppen zu Hause bleiben können.

Einkaufszettel können per Telefon oder Mail durchgeben werden

"Noch hält sich die Annahme unseres Angebots in Grenzen, aber viele haben uns gesagt, dass sie sich melden werden, wenn die Lage noch lange andauert", sagt Brigitte Breisacher vom DRK Gundelfingen. Bisher hat der Ortsverein noch keine Information darüber, welchen Menschen Quarantäne verordnet wurden. Die Bürger, die derzeit den Service annehmen, gehören aber zur Risikogruppe. Für sie gehen die Ehrenamtlichen ein- oder zweimal wöchentlich in Gundelfingen einkaufen und besorgen Lebensmittel. Die Einkaufszettel können sie per Telefon oder Mail durchgeben. "Unsere dafür eingewiesenen Ehrenamtlichen machen die Besorgungen mit dem Auto, die Einkaufslisten sind manchmal recht lang", sagt Breisacher. Auf die Wünsche von Allergikern werde Rücksicht genommen, eingekauft werde aber zentral. Das Spezialprodukt aus dem Lieblingsladen wird es also möglicherweise nicht geben. "Die Leute sind aber vernünftig und dankbar – keiner listet außergewöhnliche Wünsche auf."

"Auch wenn es sechs Wochen dauert, bis wir unser Geld wieder bekommen – ich habe keine Bedenken, dass uns jemand das Geld nicht gibt." Brigitte Breisacher, DRK Gundelfingen
Der Einkauf in Tüten oder im Karton wird bei den Bestellern vorbeigebracht und vor die Türe gestellt. "Auf keinen Fall betreten wir die Wohnung oder das Haus – zum Eigenschutz und zum Schutz der alten Menschen", sagt die DRK-Mitarbeiterin. Die Kosten für den Einkauf werden vom DRK ausgelegt. In der Einkaufstüte liegen die Belege und die Bankverbindung des DRK. Dorthin können die Bürger das Geld überweisen. Wer kein Homebanking macht, soll warten, bis die Vorsichtsmaßnahmen aufgehoben werden. "Auch wenn es sechs Wochen dauert, bis wir unser Geld wieder bekommen – ich habe keine Bedenken, dass uns jemand das Geld nicht gibt", sagt Breisacher. Froh ist das DRK, das sich viele Ehrenamtliche bereiterklären, mitzuhelfen. "Es ist wichtig, dass wir einen großen Helferpool haben, denn unser Bereitschaftsteam könnte jederzeit abgerufen werden", sagt Breisacher. Die Kollegen in den Grenzbereichen wurden zum Beispiel zur Mithilfe bei den Grenzkontrollen angefordert.

Service ist so lange geplant, wie das öffentliche Leben eingeschränkt ist

Auch in Denzlingen versorgt der DRK-Ortsverband Menschen mit Waren des täglichen Bedarfs. "Mich beeindruckt die große Welle der Hilfsbereitschaft. Mehr als 50 Freiwillige haben sich in dieser schwierigen Zeit gemeldet, um für Menschen, die der Risikogruppe angehören, Besorgungen zu erledigen", wird Bürgermeister Markus Hollemann in einer Pressemitteilung der Gemeinde zitiert. Der Einkaufsservice richte sich nicht nur an Menschen in Quarantäne, sondern auch an diejenigen, die zur Risikogruppe zählen. "Als besonders gefährdet gilt, wer älter als 65 ist oder Vorerkrankungen hat", sagt Sabine Haupenthal, Leiterin der Anlauf-, Informations- und Vermittlungsstelle für ehrenamtliche Tätigen in Denzlingen (AIV). Geplant sei der Service, solange das öffentliche Leben eingeschränkt ist.
Lieferdienste

Einen kostenfreien Lieferservice bieten in Denzlingen die Paracelsus Apotheke, Tel.07666/2392, Buchhandlung Losch Tel. 07666/ 2153, Ringold Wagner Obst- und Gemüseanbau, Tel. 07666/ 912080 und die Metzgerei Linder, Tel. 07666/ 9447540. Essen auf Rädern bringt die AWO Denzlingen, Tel. 07666/ 948370.

In Gundelfingen bietet die Metzgerei Reichenbach einen Einkaufsservice unter Tel. 07684/240 oder verwaltung@metzgerei-reichenbach.de an. Bei der Übergabe der Lieferung soll das Geld passend in einem Briefumschlag übergeben werden. Auch die Metzgerei Rückert bietet eine kostenfreie Lieferung für die Risikogruppe an. Bestellungen können unter Tel. 0761/581701 oder info@metzgerei-rueckert.de aufgegeben werden. Bestellungen bis 12 Uhr werden ab 14 Uhr geliefert.

Die AIV vermittelt Menschen den Kontakt zu einem Einkaufshelfer. Diese gehen ein- bis zweimal die Woche einkaufen – ohne Bargeld. Bei der Bäckerei Dick und der Metzgerei Frey dürften die Helfer anschreiben lassen, heißt es aus dem Rathaus. Die Kosten würden notiert und müssten von den Kunden erst nach dem Ende der Corona-Krise im Geschäft beglichen werden.

Das Geld für Einkäufe in den Supermärkten Rewe und Edeka sowie in der Metzgerei Linder streckt das DRK wie in Gundelfingen vor. Den fälligen Betrag müssen die Kunden nach Erhalt der Waren überweisen. Beim Ausfüllen eines Überweisungsträgers unterstützen die ehrenamtlichen Helfer ältere Menschen. Auch in Denzlingen halten die Ehrenamtlichen des Roten Kreuz beim Abliefern der Ware einen Sicherheitsabstand zu den Menschen, um sich gegenseitig zu schützen.

Mitarbeit: Sebastian Krüger
Kontakt: Das AIV Denzlingen ist erreichbar unter Tel. 07666/611128 oder per E-Mail: info@denzlinger-fuer-denzlinger.de.

Wer in Gundelfingen Unterstützung braucht, wendet sich an Sandra Graf, Tel. 0761/ 5911205, sandra.graf@gundelfingen.de oder direkt an das DRK: info@drk-gundelfingen.de.

Auch in Glottertal bietet der DRK-Ortsverein einen Einkaufsservice an. Er ist zu erreichen unter Tel. 07684/9081570 oder per E-Mail: drk.glottertal@web.de. Infos zu den Hilfsangeboten des DRK Vörstetten gibt’s unter: Tel. 07666/ 94000 oder gemeinde@voerstetten.de

Wer hilft mir, wenn ich Krankheitssymptome habe?
  • Wenn Sie bei sich selbst Symptome feststellen, rufen Sie ihre Hausärztin oder ihren Hausarzt an.
  • Gehen Sie keinesfalls unangemeldet direkt in eine Praxis oder in ein Krankenhaus. Gehen Sie auch nicht direkt zu einem lokalen Abstrichzentrum – sie werden dort nur getestet, wenn ihre Hausärztin oder ihr Hausarzt dies angeordnet hat.
  • Sollten die Symptome am Wochenende auftreten, kontaktieren sie die 116 117 des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes. Er ist freitags von 16 bis 22 Uhr sowie samstags und sonntags von 8 bis 22 Uhr erreichbar.

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