Sagen Sie mal...

Der BZ-Fragebogen, ausgefüllt von Birgit Güde vom Literaturhaus Freiburg

Claudia Füßler

Von Claudia Füßler

Do, 13. Juni 2019 um 10:42 Uhr

Freiburg

Birgit Güde, 38, studierte in Paris und Berlin und verantwortet das junge Programm im Literaturhaus Freiburg. Was für sie ein gutes Jugendbuch ausmacht, erzählt sie im BZ-Fragebogen.

Zu beobachten, wie Kinder beflügelt werden von Texten, wie Jugendliche sich von einem Buch berühren lassen, das ist ein Riesengewinn, sagt Birgit Güde, die im Literaturhaus Freiburg für das junge Programm verantwortlich ist. Die 38-jährige Freiburgerin studierte in Paris Theaterwissenschaft und an der Hochschule der Künste in Berlin. Sie arbeitete als freiberufliche Kunstvermittlerin in Frankfurt, ehe sie 2015 die Leitung des Jungen Literaturhauses übernahm. Güde ist verheiratet und hat zwei Kinder, sie lebt in der Wiehre.
Was macht ein gutes Jugendbuch aus?

Dass echte Fragen drin stecken, die auf Augenhöhe verhandelt werden, ohne dass ein Anbiedern stattfindet. Und das ist gar nicht so einfach. Autoren, die das gut können, sind zum Beispiel Andreas Steinhöfel und Lara Schützsack.

BZ: Wie erreichen Sie Ihre Zielgruppe?
Güde: Wenn wir Kinder zum "Wilden Freitag" einladen, ist schnell klar, dass es nicht nur ums Stillsitzen geht. Wir wollen Bühne und Werkstatt sein. Hier wird vorgelesen, klar, davon lassen sich Kinder auch bannen. Aber ebenso geht’s ums Selbermachen: schreiben, zeichnen, drucken, reimen. Über die Workshop-Formate erreichen wir auch die Jugendlichen. Die Begegnung mit den Autorinnen und Autoren öffnet häufig völlig neue Welten.

BZ: Was wollten Sie als Kind werden?
Güde: Architektin.

BZ: Ihr Lieblingsplatz in Freiburg?
Güde: Der Predigerplatz.

BZ: Ihr Lieblingslokal in Freiburg?
Güde: Mit Blick auf Freiburg: die Höfener Hütte.

BZ: Worüber können Sie herzhaft lachen?
Güde: Über meine Freundin Magdalena und Jan Böhmermann. Beide sind ungefähr gleich witzig.

BZ: Was machen Sie gerne in Ihrer Freizeit?
Güde: Kochen, wandern, Comics lesen.

BZ: Welches Buch hat Sie in jüngster Zeit am meisten beschäftigt?
Güde: "Herkunft" von Saša Stanišic.

BZ: Wann waren Sie zuletzt in der Kirche?
Güde: Bei einer Erstkommunion im Mai.

BZ: Wann waren Sie zuletzt im Kino?
Güde: Oh je, viel zu lange her. Toni Erdmann?

BZ: Welche Musik hören Sie gerne?
Güde: Mal Françoiz Breut mit Calexico, mal Kofelgschroa, mal Renaud, mal Stiller Has – je nach Gemütslage und Blütenstand.

BZ: Ihre Lieblingsinternetseite?
Güde: http://www.literaturhaus-freiburg.de

BZ: Wovor haben Sie Angst?
Güde: Vor Hunden.

BZ: Was bringt Sie auf die Palme?
Güde: Kleinlichkeit aus Überzeugung.

BZ: Wo machen Sie gerne Urlaub?
Güde: Am Meer, seit kurzem auch in den Alpen, und überall, wo Freunde sind.

BZ: Was mögen Sie an sich selbst?
Güde: Meine Großzügigkeit.

BZ: Ihr größter Erfolg?
Güde: Das unverhoffte Tor, das ich 1994 bei einem Jugendfußballturnier als Auswechselspielerin für St. Peter geschossen habe. Unvergesslich!

BZ: Sie bekommen eine Zeitreise geschenkt – wohin reisen Sie?
Güde: In die 1980er Jahre, als Beobachterin meiner Kindheit.

BZ: Mit wem würden Sie warum gern mal einen Tag lang tauschen?
Güde: Mit einem Mann. Perspektivwechsel!

BZ: Ihre Traum-Schlagzeile?
Güde: Andreas Platthaus und Patrick Bahners gelingt es immer wieder, Walt-Disney-Zitate in das FAZ-Feuilleton zu schmuggeln – das ließe sich auch bestens mit Kinderbuchtiteln realisieren. In diesem Sinne: "Ein Nilpferd steckt im Leuchtturm fest", "Lehmriese lebt!" oder "Mach’ die Fliege, Sursula".

BZ: Angenommen, Sie gewinnen bei Jauch eine Million. Was machen Sie damit?
Güde: Ein Fischbuch und eine Drehangel kaufen, sagt mein Sohn. Ein Cabrio, sagt meine Tochter. Den Rest spenden wir, sage ich. Vielleicht.

BZ: Bitte vervollständigen Sie: Am Herd gelingt mir am besten ...
Güde: ... hauchdünner, buttriger Crêpe.

BZ: Wer es in meinem Job zu etwas bringen will, der ...
Güde: ... glaubt an das Ding Buch.

BZ: Die Zeit vergesse ich, wenn ...
Güde: ... ich koche, ohne Hunger zu haben.

BZ: Einmal im Leben will ich unbedingt ...
Güde:... eine lange Reise unternehmen, und zwar auf dem Landweg.

BZ: Als Oberbürgermeisterin von Freiburg würde ich ...
Güde: ... keinen "Wilden Freitag" im Literaturhaus verpassen.