Sanierung stellt Weichen für Zukunft

Reinhard Cremer

Von Reinhard Cremer

Sa, 24. August 2019

Efringen-Kirchen

Schulzentrum wird nicht nur in Sachen Brandschutz auf Vordermann gebracht / Digitale Tafeln sollen die "Kreidezeit" beenden.

EFRINGEN-KIRCHEN. Der erste Bauabschnitt der dreiphasigen Sanierung des Baus II des Schulzentrums Efringen-Kirchen läuft auf Hochtouren. Anlässlich eines Pressetermins führten die Architekten Peter Riesterer, der auch die Bauleitung hat, und Roland Böttcher gemeinsam mit Bauamtsleiter Klaus Lehmeyer über die Baustelle.

Nötig geworden war die umfangreiche Sanierung aufgrund geänderter Brandschutzauflagen. Aufgrund dessen müssen die Holzverkleidungen von Flur- und Klassenwänden entfernt und durch Gipskarton mit höherer Feuerbeständigkeit ersetzt werden. Anstelle der Holzdecken werden nicht brennbare Verkleidungen, die zudem der besseren Akustik dienen, eingebaut. Darüber hinaus werden die von der Sanierung betroffenen Klassenräume auch lehrtechnisch auf den neuesten Stand gebracht. Mit der Umstellung auf digitale Tafeln wird das Ende der "Kreidezeit" eingeläutet.

Böttcher wies ausdrücklich darauf hin, dass es sich um eine Innensanierung handele. Das äußere Erscheinungsbild der Schule bleibe dabei weitestgehend unverändert. Begonnen hatten die Arbeiten in den Pfingstferien mit dem Abbruch von Decken und Wänden. Die gesamte Elektrohauptverteilung sowie die Verkabelung der Klassenzimmer müssen erneuert werden. Ein derzeit fast unübersichtlicher Kabelsalat in den Räumen und Fluren bestimmt das Bild und verwirrt den Laien. Rund neun Kilometer Kabel müssen verlegt und 110 Anschlüsse neu installiert werden. Dabei spiele auch der gestiegene Strombedarf eine nicht unerhebliche Rolle, bestätigten die Architekten. So nimmt das Elektrogewerk auch Platz eins auf der Kostenliste ein. Dies Investition sei aber eine lohnende, betonten sie.

Überall warten Gipskartonplatten auf ihre Montage. Von Verkleidungen befreite Wände werden teils neu verputzt, aber nicht alle sollen wieder verkleidet werden. Der an mehreren Wänden schon vorher vorhandene Charakter mit Sichtbeton soll nicht verändert werden.

Die Flure erhalten überdies neue Fenster, die für den Rauchabzug wichtig sind. Geöffnet werden sie automatisch über Rauchmelder, aber auch eine Öffnung über Handtaster sei möglich, erklärten die Fachleute.

Der Terminplan sei zwar eng getaktet, wie Riesterer anhand eines Bauzeitplanes darstellte, dennoch gehe man davon aus, dass er trotz der einen oder anderen Überraschung eingehalten werde. Die geräuschintensiven Arbeiten werden jetzt in den noch bis zum 10. September andauernden Sommerferien ausgeführt. Anschließend erfolgen die Maler- und Schreinerarbeiten. Bis zum Ende der Ferien sollen zwei Klassenräume im Bau II sowie der dazugehörige Flurbereich fertig sein. Im Herbst folgen dann die beiden anderen in diesem Schultrakt befindlichen Klassenräume.

Wichtig für die Einhaltung des Zeitplanes sei ein genügender Vorlauf bei der Einholung von Angeboten und deren Vergabe, betonte Böttcher. Begünstigt worden war dies bereits zu Beginn des ursprünglich schon für 2018 geplanten ersten Bauabschnitts durch die Verzögerung des Förderbescheids, ohne den, wie Bauamtsleiter Lehmeyer sagte, nicht begonnen werden konnte. Dadurch hatten die Architekten weitere Zeit für Planung und Ausschreibungen gewonnen. Im kommenden Winter werden nun Arbeiten ausgeschrieben, deren Vergabe für den kommenden Sommer in den Monaten Februar/März erfolgt.

Im nächsten Jahr schließt sich der zweite Bauabschnitt an, bei dem weitere zwei Klassenräume, das Foyer und das Knaben-WC saniert werden. In 2021 werden mit der Sanierung der restlichen vier Klassenräume die Arbeiten im Bau II des Schulzentrums abgeschlossen. Die Gesamtkosten für das Bauwerk, den technischen Ausbau, Geräte und Mobiliar sowie Honorare belaufen sich gemäß vorliegender Kostenschätzung inklusive Umsatzsteuer auf 1,462 Millionen Euro brutto – wobei der auf drei Jahre aufgeteilte Bundeszuschuss in Höhe von 567 000 Euro noch nicht berücksichtigt ist. Damit sei, so Böttcher, das Schulzentrum im Vergleich zu anderen Schulen eine eher kleine Baustelle.