"Sauwetter" zum Start in den März

Helmut Kohler

Von Helmut Kohler

Do, 02. April 2020

Bad Säckingen

Der erste Frühlingsmonat zeigte sich in Bad Säckingen wechselhaft und launisch.

BAD SÄCKINGEN (kor). Nach dem niederschlagsreichen Februar suchte man auch zum Start in den ersten Frühlingsmonat ein beständiges Hoch mit einer längeren trockenen Phase in Bad Säckingen vergebens. Mit einer westlichen Strömung gaben sich die Tiefs "Charlotte", "Diana", "Elli" , "Flora" und "Gisela" in rascher Folge die Klinke in die Hand und sorgten dafür, dass in Bad Säckingen der Regenschirm ein ständiger Begleiter war. Obwohl in den ersten zehn Märztagen im Vergleich zum langjährigen Mittel bereits mehr als 80 Prozent des Monatsniederschlags erreicht waren, fiel im ersten Frühlingsmonat durch die sehr trockenen letzten beiden Monatsdekaden doch zu wenig Niederschlag.

Passend zum Jahreszeitenwechsel waren die Temperaturen weder winterlich-kalt noch frühlingshaft-warm. Das waschechte windige "Sauwetter" blieb bis zum 10. März erhalten. Nach weiteren drei wechselhaften Tagen mit Wolken, Wind und leichtem Regen stellte sich am 14. die Wetterlage grundlegend um. Mit Hoch "Helge" stellte sich endlich eine von vielen lang ersehnte stabile Hochdrucklage mit steigenden Temperaturen und viel Sonnenschein ein. Die erste Bad Säckinger Märzhalbzeit war 0,9 Grad zu warm und die Sonne schien insgesamt 66 Stunden. Auch in der zweiten Märzhälfte bekam der Frühling durch die Hochs "Helge" und "Ingolf" "Rückenwind". Mit 20 Grad verzeichnete die Wetterstation am 18. bei strahlendem Sonnenschein den ersten richtig warmen Tag des Jahres. Auch die folgenden zwei Tage waren mit Tageshöchsttemperaturen von 20,3 Grad sowie 20,4 Grad warme Tage im metrologischen Sinn. Am 21. begann eine Wetterkonstellation, wie sie die letzten Monate nicht vorgekommen war. Das kräftige Hochdruckgebiet "Jürgen" verlagerte sich Richtung Russland, dadurch drehte die Strömung auf Nordost bis Ost und es konnte trockene arktische Polarluft nach Bad Säckingen strömen. Trotz viel Sonnenschein lagen die Höchsttemperaturen knapp unter der zweistelligen Grenze, aber durch die "bissige Brise" fühlten sie sich wie knapp über dem Gefrierpunkt an. Zum Nachteil der voll in der Blüte stehenden Obstbäume sanken die Temperaturen in den sternenklaren Nächten deutlich in den Frostbereich. Mit einer südwestlichen Strömung wurde es am 27. vorübergehend milder. Nach 15 niederschlagsfreien Tagen in Folge sorgte Tief "Liebgard" am 29. für Regen und Schneeregen. Mit dem Zusammenspiel von Hoch "Keywan" und Tief "Mareike" gelangte die letzten beiden Märztage trockene Kaltluft polaren Ursprungs in die Region, was neben viel Sonnenschein aber auch für Nachtfröste sorgte.