Schwarzwaldstadion bleibt am Ball

Joachim Röderer

Von Joachim Röderer

Sa, 15. August 2015

Freiburg

Auch wenn die neue Arena am Flugplatz steht, will der Sportclub die alte Spielstätte noch nutzen – etwa für das Frauenteam.

Der SC Freiburg beschäftigt sich weiter mit seiner Zukunft. Wenn das neue Stadion, wie der Verein hofft, zur Saison 2019/20 im Westen der Stadt steht, wird der Sportclub drei Standorte haben: am Wolfswinkel, im Mösle und an der Schwarzwaldstraße, sagte Vorstand Oliver Leki jetzt im BZ-Interview. Das ehemalige Dreisamstadion hat also eine Zukunft, wenn auch nicht mit allen der vier heutigen Tribünen. In dem Stadion könnten unter anderem die SC-Frauen ihre Bundesligaspiele austragen, so die Überlegungen.

Auch nach dem Erstligaabstieg arbeitet die Führung des SC Freiburg weiter an der Zukunft. "An der Intensität, mit der wir uns mit dem neuen Stadion beschäftigen, hat sich nichts geändert", so Oliver Leki. Dabei deutet alles daraufhin, dass der SC seinen Traditionsstandort an der Schwarzwaldstraße nicht aufgeben wird, wenn die neue Arena am Wolfswinkel bis in vier Jahren gebaut sein soll. Schon jetzt sei der Verein an seinen Standorten Mösle und am Schwarzwaldstadion teilweise an der Kapazitätsgrenze angekommen.

Leki verwundert über die Holzstadion-Debatte

Darum sei es auch geplant, das Schwarzwaldstadion als Spielstätte zu erhalten. Wie das Konzept aussehen werde, müsse der Verein, so Leki, mit der Stadt besprechen: "Die genaue Zuteilung muss noch festgelegt werden". Der Vorstand kann sich vorstellen, dass die U23-Mannschaft am heutigen Stadionstandort trainiert und die SC-Frauen ihre Spiele im Schwarzwaldstadion austragen. Leki: "Ob man alle vier Tribünen braucht oder ob man einen Teil abträgt, werden wir sehen." Vorstellbar ist auch ein neues Gebäude – von einem Studentenwohnheim wurde schon einmal gesprochen – vorne an der Schwarzwaldstraße. Es könnten auch andere Sportinstitutionen eingebunden werden.

Baubürgermeister Martin Haag kennt die Überlegungen des SC und weiß auch von weiteren Interessenten aus dem Sportbereich für die Anlage. "Wir machen das alles Schritt für Schritt", sagt Haag. Fest stehe auf jeden Fall, dass die heutige Sportspange an der Stelle erhalten bleibe.

Was das neue Stadion anbelangt, soll Anfang 2016 die Trägergesellschaft von SC und Stadt gegründet werden. Der SC plant, nach einer Ausschreibung für den Neubau einen Totalunternehmer zu suchen, der ein Gesamtpaket liefert – von der Planung bis zur Bauleistung. So erreiche der Verein Kostensicherheit und durch den Zusammenschluss verschiedener Bauunternehmen und Architekten entstehe ein gestalterischer Wettbewerb.

Zurückhaltend reagiert der SC auf die im Gemeinderat forcierte Idee, wonach das neue Stadion oder zumindest Teile davon, aus Holz gebaut werden sollen. Es sei unnötig, das Thema jetzt mit diesem Druck und auf diese Art und Weise einzubringen, findet Vorstand Leki. Er hält ein Stadion komplett aus Holz denn auch für ausgeschlossen, geht aber davon aus, dass der Baustoff beim Neubau eine Rolle spielt. Der SC sei da offen: "Nur dieses etwas Zwanghafte finde ich etwas irritierend im Moment".