XXL-Baustelle

Schaulustige bringen sich am leergepumpten Wehrabecken in Gefahr

Erika Bader

Von Erika Bader

Mi, 28. April 2021 um 12:05 Uhr

Wehr

Außergewöhnliche Sicht: Erstmals seit mehr als 40 Jahren ist das Wehrabecken in Wehr leergepumpt und lockt Schaulustige an. Einige ignorieren die Absperrung und bringen sich in Lebensgefahr.

Zum ersten Mal seit den 1970er-Jahren kann man den Grund des Wehrabeckens sehen. Als das Bauwerk 1976 in Betrieb ging, stand es zum letzten Mal völlig trocken. Klar, zieht nicht nur die einmalige Aussicht auf das Riesenbauwerk Menschen an, auch die umfänglichen Bauarbeiten und das Treiben der Maschinen lockt Schaulustige. Sorge macht der Schluchseewerk AG als zuständiges Unternehmen aber das Verhalten mancher Bürger nahe der XXL-Baustelle. Am Sonntag, 25. April, ist es sogar zu einem Polizeieinsatz gekommen.

Uneinsichtige Schaulustige bringen sich in Gefahr

Mehrere Personen hatten sich am Sonntagmittag unerlaubt hinter die Absperrungen der Großbaustelle begeben. "Unsere Leute standen in Kontakt mit dem Sicherheitsdienst vor Ort, von dem hieß es, dass die Menschen sich uneinsichtig verhalten würden, wenn man sie auf die Gefahren auf der Baustelle hinweist", erklärt Mathias Albicker, Sprecher der Polizei Waldshut, im Gespräch mit der Badischen Zeitung.

Wie viele Menschen sich genau an dem Becken aufgehalten hatten, kann Albicker nicht sagen, es seien aber mehrere gegen 14.30 Uhr am Sonntag gewesen. Bisher habe eine Ansprache immer genügt, um die Menschen zum Gehen zu bewegen. Rein rechtlich betrachtet handelt es sich beim Übersteigen der Absperrungen, um einen besseren Blick auf das Becken zu ergattern aber um Hausfriedensbruch, macht der Polizeisprecher deutlich, dass es sich keineswegs um eine Lappalie handelt, wenn es zu einer Anzeige seitens der Schluchseewerk AG kommen sollte. Man wolle nun aber zunächst versuchen die Absperrungen deutlicher zu gestalten, um den Menschen klar zu machen, dass eine Grenze überschritten wird, wenn man sich über die Begrenzung hinwegsetzt.

Ein Vater balancierte mit seinen Kindern auf der Dammkrone

"Wir wollen einfach nicht, dass da etwas passiert", versichert Peter Steinbeck, Leiter Kommunikation bei der Schluchseewerk AG. Ihm wurde vom Sicherheitsdienst sogar erzählt, dass ein Vater mit seinen zwei kleinen Kindern auf der Dammkrone unterwegs war, bei der es kein Geländer gibt.

"Wenn Sie da einmal runtergefallen sind, schwimmen Sie aber nicht mehr." Peter Steinbeck, Schluchseewerk
Den Aufforderungen das Gelände zu verlassen, habe der Vater entgegnet, dass seine Kinder schwimmen könnten. "Wenn Sie da einmal runtergefallen sind, schwimmen Sie aber nicht mehr", macht Steinbeck im Gespräch mit der BZ deutlich, welcher Lebensgefahr sich Menschen aussetzen, die hinter der Absperrung am Becken entlanglaufen.

Steinbeck hat Verständnis dafür, dass sich die Menschen für die Bauarbeiten im Wehrabecken interessieren. Allerdings sollten Besucher die Aussicht genießen können, ohne sich in Lebensgefahr zu begeben. Die Schluchseewerk AG hat eigens dafür eine Aussichtsplattform westlich des Beckens errichtet. Der Weg dorthin soll in Zusammenarbeit mit dem Schwarzwaldverein in den kommenden Tagen besser ausgeschildert werden. Auch sucht die Schluchseewerk AG derzeit nach Alternativen für Parkplätze, auf denen Besucher ihre Wagen stehen lassen können, wenn sie sich auf den Weg zum Aussichtspunkt machen.