Schöne Klänge in seltener Besetzung

Rolf Reißmann

Von Rolf Reißmann

Di, 27. Juli 2021

Grenzach-Wyhlen

Hörenswertes und fröhliches Konzert in der evangelischen Kirche in Grenzach / 900 Pfeifen der Orgel reichen für große Vielfalt.

. Das war ein hörenswertes und fröhliches Konzert. Der Verein für Heimatgeschichte hatte für Sonntagnachmittag in die evangelische Kirche Grenzach eingeladen. Vier junge Musiker traten in einer seltenen, aber sehr gut harmonierenden Besetzung auf. Teun Braken ist hier bereits als Organist bekannt, in gleicher Funktion auch noch im aargauischen Frick tätig. Teun Wisse, ebenfalls aus den Niederlanden stammend, spielte Blockflöte und Fagott und Martin Jantzen brillierte auf der Viola da Gamba. Cornelia Fahrion übernahm den Gesang.

Der Organist hatte seinen Platz ohnehin am Instrument, aber auch die anderen drei Künstler musizierten auf der Empore, so dass es keine Nähe zum Publikum gab. Die Kirche war zur Hälfte besetzt, nicht etwa weil wenig Interesse bestand, sondern damit die Zuhörer gut Abstand halten konnten. Aber das Konzert wurde zweimal gespielt, damit schließlich die sonst übliche Besucherzahl in den Musikgenuss kam. Ein solcher war es zweifellos.

Helmut Bauckner, Vorsitzender des Vereins für Heimatgeschichte, führte durch das Programm und stellte die Kompositionen aus der Barockzeit vor. Da 2021 in Deutschland als Jahr der Orgel begangen wird, war dieses Instrument an allen fünf Darbietungen beteiligt. Bauckner plauderte über die rund 50 000 Orgeln in Deutschland und speziell über die Grenzacher Goll-Orgel. Ein kurioser Zufall: Die erste Orgel in der Grenzacher Kirche war im Jahr 1837 von Orgelbauer Friedrich Haas aus Laufenburg gebaut worden. Dies war sein erstes Instrument, danach ließ er sich in Luzern nieder. Die Nachfolgefirma Goll aus Luzern baute vor fast 20 Jahren die heutige Orgel.

Dieses Instrument dominierte zu Beginn des Konzerts, Teun Braken spielte das Orgel-Präludium in g-Moll von Dietrich Buxtehude. Bereits mit diesem Stück gelang es Braken sehr gut, die Vielfalt des Tonumfangs der Grenzacher Orgel mit nur knapp 900 Pfeifen auszuspielen, ein guter Beleg dafür, dass auch auf relativ kleinen Instrumenten vielfältige Musik möglich ist. Anschließend gestalteten Orgel, Blockflöte, Viola da Gamba und die Sängerin gemeinsam eine Arie von Johann Sebastian Bach. Hierbei und ebenso bei der nachfolgenden Sonate für Viola da Gamba und Orgel ließ Teun Braken den anderen Instrumenten den akustischen Vorrang, er spielte die Orgel immer noch gut hörbar, aber dezent genug, dass die leiseren Partner voll zur Wirkung kamen.

Von dem hier relativ unbekannten französischen Komponist Michel Corette, er lebte im 18. Jahrhundert, spielten Braken und Wisse eine Sonate für Orgel und Fagott. Mit ihrer Schnelligkeit und pfiffigen Melodie war diese ein wahres Unterhaltungsstück, schon die Kombination der beiden Instrumente lockte zum genauen Hinhören.

Cornelia Fahrion zeigt ihre Stimmgewalt

Schließlich beendeten die vier Künstler mit einer Kantate von Georg Philipp Telemann ihr Konzert. Dabei ließ Cornelia Fahrion nochmals ihre Stimmgewalt hören, sang dennoch mit guter Textverständlichkeit. Braaken, Wisse und Fahrion arbeiten als selbständige Musiker, Jantzen hat sein Studium noch nicht abgeschlossen. Der Organist und die Sängerin wohnen in Grenzach, insofern setzten sie die in den vergangenen Jahren aufgekommenen Gastspiele hier lebender Musiker erfolgreich fort. Alles in allem war dies ein sehr hörenswertes Konzert mit interessanten Informationen. Das Publikum bedankte sich mit sehr langem Beifall.