Planänderung

Schopfheimer Jugendliche wollen putzen statt auf den Putz hauen

Paul Eischet

Von Paul Eischet

Sa, 23. Mai 2020 um 15:03 Uhr

Schopfheim

Das Schopfheimer Jugendparlament reagiert auf die Corona-Krise und lädt statt zu einem Sommerfest zu einer Müllsammelaktion ein. Die Jugendvertreter tagten am Mittwoch in der Stadthalle.

Von den zwölf Jugendlichen im Alter von 15 bis 19, die dem Jugendparlament (JuPa) Schopfheim angehören, waren sieben erschienen. Vorsitzende Luna Fuder leitete die Sitzung. Unterstützt wurde sie von Jugendreferentin Katja Janker und Streetworker Ahmet Keskin vom Jugendzentrum.

Sommerfest:

Gleich zu Beginn musste Katja Janker Bedauerliches verkünden: Das für Juli geplante Sommerfest entfällt. Dies sei der momentanen Situation geschuldet. "Wir haben zusammen mit der Stadt entschieden, dass das Fest nicht stattfinden kann", bedauerte sie. "Schade", ergänzte Keskin. "Aber damit müssen wir halt leben. Irgendwann können wir es bestimmt nachholen." Diese Aufgabe wird dann einem neu gewählten Jugendparlament zukommen, das aktuelle ist nur noch bis September im Amt ist.

Müllsammelaktion:

Um die Zeit dennoch sinnvoll zu nutzen, ist anstatt des Sommerfestes eine Müllsammelaktion geplant. Die sollte eigentlich bereits im April unter dem Namen "Spring clean" (Frühjahrsputz) erfolgen. Da aber musste wegen des Coronavirus darauf verzichtet werden. Neuer Termin für die Putzaktion ist jetzt der 3. Juli, 16.30 Uhr. Um Mitwirkung der Bevölkerung werde gebeten. Treffpunkt ist das Jugendzentrum.

Jugendversammlung:

Am 18. September soll eine Jugendversammlung im evangelischen Gemeindehaus stattfinden. Eine dreiköpfige Kleingruppe entwickelt Ideen und Vorstellungen, um was es dort inhaltlich gehen soll.

Videoprojekt:

Kurz angesprochen wurde ein in Planung befindliches altersübergreifendes Videoprojekt in Zusammenarbeit mit der Leiterin des Schopfheimer Seniorenbüros Dagmar Stettner. Die Parlamentsvorsitzende machte den Vorschlag, jungen und älteren Menschen jeweils identische Fragen zu stellen, um die Antworten, Denk- und Sichtweisen im Videoschnitt vergleichen zu können.

Jugendtreff-Situation:

Sitzungsgast Karlheinz Markstahler, Mitglied im Schopfheimer Gemeinderat und im Ortschaftsrat Langenau, brachte dann noch ein diskussionsträchtiges Thema zur Sprache. Immer wieder gebe es Beschwerden über zu wenige Treffpunkte für Jugendliche in Schopfheim und in den Ortsteilen, sagte er. Er bat daher die Jungparlamentarier, Infos über bestehende Jugendzentren zu sammeln und ihm weiterzuleiten. Ihm sei wichtig, zu erfahren, wie viele Jugendtreffs es gebe, was dort gemacht werde, wie sie genutzt würden und welche Wünsche und Vorschläge es hinsichtlich solcher Zentren gebe.

ÖPNV und Treffs:

In der anschließenden Diskussion bemängelte Luna Fuder eine vor allem abends und an den Wochenenden unzureichende Anbindung der Ortschaften durch den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), sprich Bus und Bahn. Geäußert wurde auch der Wunsch nach mehr offiziellen Treff- und Feiermöglichkeiten für Jugendliche.