Offenburg, Freiburger Straße

Schüler und Angestellte der umliegenden Betriebe lassen bei Lidl in der Freiburgerstraße Erweiterungspläne reifen

Hubert Röderer

Von Hubert Röderer

Do, 09. Juli 2020 um 06:32 Uhr

Offenburg

Die Schülerinnen und Schüler des Schulzentrums Nord-West haben zwar eine schöne Mensa. Ihr Mittagessen holen viele dennoch beim Supermarkt um die Ecke. Der will jetzt erweitern.

Der Lidl-Markt an der Freiburger Straße soll wachsen. Einstimmig war der Planungsausschuss dieser Meinung. Nicht nur Schülerinnen und Schüler umliegender Schulen sowie Beschäftigte benachbarter Unternehmen frequentierten ihn stark, sondern auch viele, die die Durchfahrtsstraße nutzen. Seine Lage im Sanierungsgebiet Bahnhof/Schlachthof nutzt der Markt zur Veränderung.

Der westliche Rand der Altstadt erhält eine neue Bedeutung im Stadtgefüge

Durch die Entwicklung des Sanierungsgebietes am Mühlbach und die Sanierung des Gebietes "Bahnhof-Schlachthof" bekomme das Gebiet am westlichen Rand der Altstadt, wie es Britta Mahle von der Baubehörde formulierte, "eine neue Bedeutung im Stadtgefüge", weitere Kundschaft werde erwartet, weshalb eine Stärkung der Nahversorgung sinnvoll sei.

Laut Stadtplaner Leon Feuerlein habe die Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA), in Offenburg bei früheren Projekten schon gefragt, unter anderem mit dem Einzelhandelskonzept, keine Bedenken gegen die vorgesehene Erweiterung der Verkaufsfläche. Die Stadtverwaltung selbst sehe darin sogar eine Aufwertung der städtebaulichen Situation.

Die Verkaufsfläche soll durch die Umnutzung eines Teils des Lagers von 1000 auf 1300 Quadratmeter erweitert werden.

Die Pläne von Lidl: Die Verkaufsfläche soll durch die Umnutzung eines Teils des Lagers von 1000 auf 1300 Quadratmeter erweitert werden. Das erfordert aber eine rechtliche Änderung: Das Mischgebiet an der Stelle müsste in ein Sondergebiet "Großflächiger Einzelhandel" verwandelt werden.

Der Lidl-Standort in der Freiburger Straße liegt in einem Übergangsbereich zwischen gewerblicher Nutzung und Wohnnutzung. Um knappe innerstädtische Fläche intensiver zu nutzen, könnte es sogar Sinn machen, so Britta Mahle, das Grundstück "auch in die Höhe besser zu nutzen": Es sei durchaus eine mehrgeschossige Bebauung denkbar, etwa mit Büroräumen in den Obergeschossen. Zudem sollte die Grünsituation im Markt-Umfeld verbessert werden. Das alles gelte es mit Lidl im Rahmen des Bebauungsplanverfahrenes abzustimmen.

Auch eine mögliche Erweiterung des Aldi-Markts in der Freiburger Straße würde "grundsätzlich befürwortet werden".

Stadträtin Maren Seifert (Grüne) begrüßte die Pläne, zumal gerade das neue Mühlbach-Areal einen erhöhten Bedarf an Zusatzfläche erkennen lasse. Sie regte ebenfalls eine "bessere Ausnutzung des Grundstückes in der Höhe" an, vereinzelt sei in der Fraktion auch der Vorschlag gemacht worden, Wohnungen aufs Gebäude zu bauen. Die Prüfung einer mehrgeschossigen Bebung war auch das Anliegen von Tobias Isenmann (Freie Wähler) und AfD-Mann Michael Fey.

CDU-Fraktionschef Albert Glatt stimmte zu, auch weil Unternehmen wie "Lidl oder Aldi immer mehr vom Discounter-Image weggehen". Grünes Licht kam auch von Roland Müller (FDP) und Nicole Kränkel-Schwarz (SPD). Einzig Lothar Hummel, als sachkundiger Bürger zu dem Projekt befragt, trug Bedenken vor: "Baut Lidl hier eine richtig große Sache?" Zumal das Grundstück jetzt als Sondergebiet ausgewiesen werden soll. "Nein", erwiderte Bürgermeister Oliver Martini, es gehe bei dem Begriff um den bestehenden Markt, nicht um das gesamte Areal.

Ebenfalls an der Freiburger Straße, etwas weiter westlich, liegt ein Aldi-Markt. Dieser wird von der Verwaltung gleichermaßen als wichtiges Element der Nahversorgung angesehen, eine Erweiterung der Verkaufsfläche dort könnte ebenfalls "grundsätzlich befürwortet werden". Am 27. Juli wird auch der Gemeinderat sich des Themas annehmen.