"Im Sommer soll eröffnet werden"

bex

Von bex

Do, 30. April 2015

Schülertexte

ZISCHUP-INTERVIEW mit Projektleiter Andreas Haitz-Fliehmann über den Neubau der Freiburger Unibibliothek.

Sieben Jahre ist es jetzt her, dass die alte Universitätsbibliothek in Freiburgs Innenstadt geräumt wurde. Die neue soll jetzt im Sommer endlich fertig werden. Derzeit wird sie innen noch mit Ledersitzen und Teppichboden ausgestattet. Luis Asal und Finn Fliehmann, beide Schüler der Klasse 8a der Staudinger-Gesamtschule in Freiburg, wollten von Projektleiter Andreas Haitz-Fliehmann wissen, wie anstrengend es ist, so ein Großprojekt zu organisieren. Haitz-Fliehmann ist Mitarbeiter des Universitätsbauamtes. Zischup-Reporter Finn ist sein Sohn.

Zischup: Herr Haitz-Fliehmann, warum wurden Sie Architekt?
Haitz-Fliehmann: Ich war früher Handwerker, war aber mit meinem Job nicht wirklich zufrieden, deshalb wollte ich selbst Planungen machen. Darum habe ich mich dazu entschieden, Architektur zu studieren.
Zischup:
Und wie kam es dazu, dass Sie Projektleiter des Neubaus der Unibibliothek wurden?
Haitz-Fliehmann: Ich fand das neue Projekt spannend, also habe ich mich dafür beworben. Und weil ich schon Erfahrungen mit Universitätsibliotheken hatte, wurde ich ausgewählt, das Projekt zu übernehmen und auch zu leiten.
Zischup: Warum musste die Freiburger Universitätsbibliothek eigentlich saniert werden?
Haitz-Fliehmann: Das Gebäude ist rund 35 Jahre alt und seine Technik war veraltet und zum Teil auch defekt. Außerdem verbrauchte die alte UB sehr viel Energie. Das neue Konzept soll die Benutzung verbessern und viel Energie einsparen.
Zischup: Wie lange hat das Projekt gedauert? Und konnte der Zeitplan des Neubaus eingehalten werden?
Haitz-Fliehmann: Die Vorplanung begann bereits 2003. Seit 2009 wird die Universiätsbibliothek einer umfassenden Sanierung unterzogen. Die Planungsidee ist das Ergebnis eines Wettbewerbes aus dem Jahr 2006. Das Projekt ist noch am Laufen und hat länger gedauert als ursprünglich angenommen.
Zischup: Wie viel Geld hat das Projekt eigentlich gekostet? Und wurde der damals berechnete Betrag für die Sanierung überschritten?

Haitz-Fliehmann:
Bis jetzt kostet die Unibibliothek 53 Millionen Euro. Diese sind aber noch nicht aufgebraucht. Die geschätzten Kosten konnten nicht eingehalten werden, unter anderem auch, weil sich die Baukosten während der Ausführungszeit allgemein verteuert haben.
Zischup: Worin besteht der genaue Unterschied zwischen einem Bauleiter und einem Projektleiter?
Haitz-Fliehmann: Der Projektleiter ist Vertreter des Bauherren und verantwortlich für die gesamte Abstimmung der Planungsaufgaben, der Kosten, der Termine, der Genehmigungen und der Verträge, die geschlossen werden. Der Bauleiter ist hingegen dafür verantwortlich, dass die Planung mit den am Bau beteiligten Firmen in guter Qualität und auch entsprechend der Vorschriften umgesetzt wird.
Zischup: Wann genau soll die neue Unibibliothek eröffnet werden? Und kann man davon ausgehen, dass sie dann auch tatsächlich eröffnet wird?
Haitz-Fliehmann: Die Unibibliothek soll im Sommer eröffnet werden. Es gibt einen noch nicht offiziellen Eröffnungstermin und natürlich auch eine Umzugsplanung. Die Termine können allerdings erst nach den noch laufenden Sicherheitschecks auch offiziell bestätigt werden.
Zischup: Hatten Sie viel Stress während des Projektes?
Haitz-Fliehmann: Ja, es gab während des Projektes viele ungewöhnliche Ereignisse. Zum Beispiel wurde erst sehr spät entschieden, dass viel mehr als geplant von der alten UB abgerissen werden soll. Und dann gab es auch einen tragischen Unfall auf der Baustelle. Ein Bauarbeiter kam dabei ums Leben. Ja, es gab viele unvorhergesehene Ereignisse. Für das Bauen ist das typisch.
Zischup: Wir haben gehört, dass die Glasscheiben an der Außenfassade der Bibliothek Autofahrer blenden, wenn die Sonne darauf scheint. Wissen Sie schon, wie Sie dieses Problem lösen wollen?
Haitz-Fliehmann: Zwei Mal im Jahr kann es vorkommen, dass die Autofahrer, die auf der Rempartstraße in Richtung UB fahren, stark geblendet werden – und zwar für zwanzig Minuten am Tag. Um den Verkehr nicht zu gefährden, kommen an diesen Tagen Banner an die Fassade. Von innen kann man durch diese Banner durchsehen. Und wenn die Sonne an diesen Tagen nicht mehr aus diesem ganz speziellen Winkel auf die Fassade scheint, werden die Banner wieder abgenommen. Das ist der Plan, der realisiert wird.