Bonndorf

Schwächelnde Weltkonjunktur trifft nun auch Dunkermotoren

Stefan Limberger-Andris

Von Stefan Limberger-Andris

Di, 05. November 2019 um 16:12 Uhr

Bonndorf

Kurzarbeit Anfang des Jahres: Die flaue Weltkonjunktur hat nun auch Auswirkungen auf eines der bedeutenden Bonndorfer Unternehmen - die Dunkermotoren GmbH. Die Firma stellt so genannte Präzisionsantriebe her.

In der jüngsten Vergangenheit seien nach Unternehmensangaben bereits Überstunden abgebaut und nun auch befristete Arbeitsverhältnisse nicht verlängert worden, heißt es in einer Pressemitteilung des Elektromotorenherstellers. Über die genaue Anzahl dieser wegfallenden Arbeitsverhältnisse, auch im Bonndorfer Werk, schweigt sich das Unternehmen auf BZ-Nachfrage allerdings aus.

Diese Schritte seien nötig gewesen, weil sich die konjunkturelle Krise nach den Einbrüchen in der Automobilindustrie nun auch im Maschinenbau zeige, heißt es weiter. Das derzeitige Vorgehen finde einvernehmlich zwischen Geschäftsführung und Betriebsrat statt.

Arbeitsplätze sollen gerettet werden

Die Dunkermotoren GmbH habe jetzt zu wenig Arbeit, um alle zu beschäftigen, deshalb sei es auch der Wunsch des Betriebsrates gewesen, dass Kurzarbeit angemeldet wird, erläuterte Betriebsratsvorsitzender Simon Scherble. Die Kurzarbeit berge für die Mitarbeiter überschaubare Einkommensbußen. Man hoffe, durch diese Maßnahme Arbeitsplätze retten zu können.

Als einige der Gründe der schwächelnden Konjunktur nennt die Dunkermotoren-Geschäftsführung unter Uwe Lorenz den Handelskonflikt zwischen USA und China, die unklare Lage durch den Brexit und die Unruhen in der Türkei.

Bereits Ende 2018 hatte Uwe Lorenz im BZ-Gespräch mit Sorge auf die weltweit politische und ökonomische Entwicklung geblickt und trotz des persönlichen Optimismus’ im Kontext der weltweit rückläufigen Wirtschaftsprognosen auch von drohenden Rückschlägen für die Dunkermotoren GmbH gesprochen. Das Unternehmen werde 2019 eher vorsichtig agieren, denn man befinde sich in Bonndorf nicht auf einer Insel der Glückseligen. Simon Scherble bestätigte einen seit August 2019 anhaltenden Auftragsrückgang und inzwischen sogar ein Einbrechen der Aufträge, mit Problemen der Füllung des Werks – und dies nach Rekordjahren, die das Unternehmen hinter sich habe.

Uwe Lorenz betonte, dass bereits innerbetriebliche Maßnahmen angelaufen seien, die der Firma eine gute Ausgangssituation für künftige Entwicklungen bescheren sollen. Die vergangenen Monate seien genutzt worden, sich auf allen Ebenen mit effizientem Wirtschaften im Bereich der Arbeitsabläufe, der Produkteffizienz und der effizienten Ressourcennutzung auseinanderzusetzen.

Das Unternehmen

In den nun zurückliegenden Boomjahren hatte die Dunkermotoren GmbH viele neue Mitarbeiter eingestellt und Investitionen getätigt, auch im Maschinensektor. 2018 setzte das Unternehmen nach eigenen Angaben 235 Millionen Euro um (BZ vom 22. Dezember 2018), nachdem bereits 2017 von einem Rekordumsatz die Rede war. Das Plus betrug zu 2017 mehr als zehn Prozent. Der Auftragseingang lag 2018 sogar bei 254 Millionen Euro. Das Unternehmen startete ins Jahr 2019 mit einem Polster von 19 Millionen Euro, in dem erneut ein solides Umsatzwachstum erwartet wurde.

Die Anzahl der Beschäftigten stieg 2018 in Bonndorf von 924 auf 978 Mitarbeiter an – mit einem hohen Anteil von langjährigen Mitarbeitern, die 25 und noch mehr Jahre der Firma die Treue halten. In Serbien beschäftigte Dunkermotoren 2018 weitere 180, in China weitere 85 Mitarbeiter. Mit 55 Auszubildenden und Studenten sicherte das Unternehmen 2018 seinen Fachkräftebedarf.

Industrieautomation 4.0 als Geschäftsfeld

Die Industrieautomation 4.0 ist für die Dunkermotoren GmbH ein bedeutsames Geschäftsfeld. Acht Millionen Euro investierte das Unternehmen 2018 in die Modernisierung der drei Standorte. Für 2019 waren noch Ende 2018 Investitionen auf ähnlich hohem Niveau geplant.

Die Dunkermotoren GmbH gehört zur amerikanischen Ametek Aktiengesellschaft, die elektronische und elektromagnetische Instrumente an mehr als 150 Standorten weltweit herstellt. 2016 bewegte sich die Mitarbeiterzahl bei 15 700 und der Umsatz bei 3,84 Milliarden US-Dollar.