Böschungssicherung

Angler sicherten das Ufer in Ottenheim mit Faschinen

Martin Frenk

Von Martin Frenk

So, 17. Februar 2019 um 17:31 Uhr

Schwanau

Die Angler- und Naturfreunde Ottenheim haben begonnen, ökologisch wertvoll das Ufer ihres Angelsees mit Faschinen zu befestigen

SCHWANAU-OTTENHEIM. Mit einer großen Gemeinschaftsarbeit hat der Verein der Angler- und Naturfreunde Ottenheim am Samstag die Ufer seines Angelsees geschützt und ökologisch aufgewertet. Auf rund 300 Metern des Uferstreifens beim Anglerheim waren 25 Mitglieder des Vereins aktiv.

Die Vereinsvorsitzende Johanna Haase betonte, der Verein habe sich für diese naturnahe Form der Uferbefestigung nach Rücksprache mit der Gemeinde und mit Vertretern von Umweltbehörden entschieden. Denn der Verein möchte, dass Flora und Fauna der heimischen Umwelt geschützt und gut nutzbar sind, gleichzeitig aber auch das Seeufer auf eine Weise stabilisieren, die sich in das Landschaftsbild einfügt.

Die Ufer des Angelsees sind im Laufe der vergangenen Jahrzehnte immer mehr eingebrochen, teils in gravierendem Ausmaß. "Höchste Zeit also, zu handeln", sagte Johanna Haase.

Später sollen Wurzeln das Ufer halten

Nach einem längeren Vorlauf begannen die Arbeiten, die sich sicherlich bis Mitte April hinziehen werden. Alle 80 Zentimeter wird dabei ein etwa 1,50 Meter langer Spaltpfahl in den Uferbereich eingeschlagen. Diese Faschinen werden, wie auch die Spaltpfähle aus Robinien, von den Vereinsmitgliedern selbst hergestellt.

Die für die Faschinen verwendeten Weidenhölzer stammen aus dem Pflegerückschnitt, den das Wasserwirtschaftsamt Offenburg im Bereich der Ottenheimer Hochwasserschutzdämme vorgenommen hat. Auf dem sogenannten Faschinenbock werden die Weidenhölzer zu einem etwa vier Meter langen Bündel verarbeitet. Alle 50 Zentimeter werden die Bündel mit einem Draht zusammengebunden so dass 20 bis 40 Zentimeter dicke Weidenbündel entstehen. Da die Weidenäste mit der Spitze in Längsrichtung versetzt aufgelegt werden, ist gewährleistet, dass gleichmäßig dicke Faschinen entstehen. Wie der stellvertretende Vereinsvorsitzende Rolf Bühler erläuterte, werden die Faschinen in die im Uferbereich eingeschlagenen Spaltpfähle eingebaut, die so den ausreichenden Halt für die Faschinen ermöglichen.

Die Faschinen dienen jedoch nicht nur zur Uferbefestigung, sondern sind gleichzeitig auch Lebensraum, Nahrung und Kinderstube für viele Kleinstlebewesen. Sie dienen auch als Laichhilfe für die Fische und als Lebensraum und Versteckmöglichkeit für Jungfische.

Die in den Faschinen verwendeten Gehölze bilden im Wasser eine große Menge neuer Wurzeln, die später die eigentliche Uferbefestigung darstellen. Die verbauten Spaltpfähle und Faschinen werden mit der Zeit immer weiter von den Kleinstlebewesen zersetzt und verwachsen mit den Steinen und dem Boden des Uferbereichs. Dadurch entsteht über Jahre hinweg eine natürliche Befestigung.

Am vergangenen Samstag informierten sich zum Arbeitsauftakt neben Schwanaus Bürgermeister Wolfgang Brucker, Ottenheims Ortsvorsteherin Silke Weber auch der Bereichsdirektor Klaus Bühler vom Marktbereich Lahr der Sparkasse Offenburg/Ortenau. Gemeinde und Sparkasse unterstützen die ökologische Maßnahme der Angler.