Schweizer gegen Wohninitiative

kna

Von kna

Mo, 10. Februar 2020

Wirtschaft

Nicht mehr soziales Bauen.

GENF (epd). Die Schweizer haben sich in einer Abstimmung gegen die Volksinitiative für bezahlbare Wohnungen ausgesprochen. Laut Hochrechnungen in Schweizer Medien lehnten am Sonntag rund 58 Prozent der Eidgenossen die Initiative ab, hinter der unter anderen auch die Grünen und die Sozialdemokraten standen.

Die Volksinitiative wollte den gemeinnützigen Wohnungsbau fördern. Die Kernforderung lautete: Mindestens zehn Prozent aller Neubauwohnungen sollen gemeinnützigen Trägern und Genossenschaften gehören.

Damit sollte ein Gegengewicht zu "renditehungrigen" Wohnungseigentümern gebildet werden. In der Schweiz verlangen die Vermieter mit die höchsten Mieten in Europa. Der durchschnittliche monatliche Mietpreis von bewohnten Wohnungen betrug 2017 pro Quadratmeter umgerechnet 14,30 Euro.

Die Regierung sprach sich gegen die Initiative aus. "In der Schweiz gibt es insgesamt ausreichend guten und finanziell tragbaren Wohnraum", hieß es aus dem federführenden Wirtschaftsministerium, das von Guy Parmelin (Schweizerische Volkspartei) geleitet wird. Die von der Initiative geforderten Markteingriffe seien "weder nötig noch realistisch", heißt es in der Mitteilung.