Neue Corona-Verordnung

Schwimmbäder, Yogastudios und Tanzschulen könnten im Südwesten bald wieder öffnen

Thomas Steiner

Von Thomas Steiner

Do, 13. Mai 2021 um 22:00 Uhr

Südwest

Ab Samstag darf die Gastronomie im Südwesten wieder loslegen. Auch Schwimmbäder und Saunen, Fitness- und Yogastudios, Tanz und Ballettschulen könnten bald öffnen, wenn die Inzidenzen stimmen.

Es war mal wieder eine Hängepartie in Stuttgart. Am Donnerstagabend erst wurde die neue Corona-Verordnung des Landes veröffentlicht, den Tag über war sie noch zwischen den neuen Ministerinnen und Ministern abgestimmt worden. Nach der Notverkündung, wie der Vorgang juristisch heißt, können am heutigen Freitag nun die Landratsämter offiziell feststellen, ob die Inzidenzen in ihren Kreisen niedrig genug sind. Haben sie das getan, können die in der Verordnung vorgesehen Lockerungen am Samstag in die Tat umgesetzt werden.

Voraussetzung ist es, dass in einem Kreis die Sieben-Tage-Inzidenz seit mindestens fünf Tagen stetig unter 100 liegt oder die Notbremse noch nicht zum Tragen kommt. Dann werden dort die Corona-Regeln in der Gastronomie, im Tourismus und in der Freizeit erheblich gelockert. In Baden-Württemberg liegen derzeit elf Kreise unter der 100, ganze fünf davon gehören zur Region: der Ortenaukreis, die Landkreise Emmendingen, Breisgau-Hochschwarzwald und sowie der Stadtkreis Freiburg. Die weiteren sieben im Land sind die Kreise Main-Tauber, Heidelberg, Konstanz, Rhein-Neckar, Baden-Baden, Freudenstadt und Böblingen. Der Landkreis Lörrach liegt Stand Freitag, 14. Mai, erstmals über einer Inzidenz von 100, die Lockerungen gelten demnach auch dort.

Mit den Öffnungsschritten geht die Landesregierung teils deutlich weiter als noch vor wenigen Tagen geplant. Ein Eckpunktepapier des Gesundheitsministeriums hatte etwa die Öffnung der Innengastronomie erst später vorgesehen, 14 Tage nach den ersten Öffnungsschritten. Es handle sich eben um einen Arbeitsprozess an Stufenkonzepten, die sich ständig weiterentwickelten, sagte eine Regierungssprecherin am Donnerstag.

Die Verordnung sieht Öffnungen in drei Schritten mit zeitlichem Abstand vor. Im ersten Schritt dürfen zahlreiche Einrichtungen erstmals wieder Gäste, Kunden oder Klienten empfangen. Dabei gelten aber nach wie vor Auflagen: Gäste müssen oft einen Schnelltest oder den Nachweis einer mindestens zwei Wochen zurückliegenden vollen Impfung oder einer Genesung mitbringen. In Hotels müssen Gäste ohne Genesenen- oder Impfnachweis während des Aufenthalts alle drei Tage einen negativen Schnelltest vorlegen.Weiter gelten die üblichen Regeln zur Hygiene und zur Kontaktnachverfolgung.

Am wichtigsten in der Liste der Öffnungen sind wohl für viele Menschen die der Gastronomie. Es gibt aber auch eine gute Nachricht für Familien: Freibäder dürfen wieder Badegäste empfangen. Sportanlagen, auf denen im Freien kontaktarmer Freizeit- und Amateursport betrieben werden kann, dürfen auch wieder genutzt werden. Auch hier wurde die erlaubte Zahl an Beteiligten im Vergleich zum ersten Entwurf der Verordnung noch einmal aufgestockt: von 10 auf 20 Personen. Überraschend stehen in der Verordnung auch Präsenzveranstaltungen für Hochschulen – allerdings nur im Freien.

Die weiteren Schritte kommen jeweils zwei Wochen später

Weitere zwei Öffnungsschritte sieht die Verordnung im Abstand von jeweils zwei Wochen vor. Voraussetzung ist es, dass die Inzidenz im Durchschnitt der jeweiligen 14 Tage fällt. Die Öffnungsstufe zwei sieht den Wiedereinstieg für Kulturveranstaltungen in Innenräumen und Kinos vor: Bis zu 100 Besucher dürfen kommen. Ebenfalls in die Innenräume zurück dürfen dann die Studierenden: An den Hochschulen sind wieder Präsenzlehrveranstaltungen mit bis zu 100 Teilnehmern erlaubt.

Bei Gottesdiensten darf wieder von der Gemeinde gesungen werden. Zu den Einrichtungen, die ebenfalls wieder öffnen dürfen, zählen Fitness- und Yogastudios, Tanz- und Ballettschulen, Hallen- und Hotelbäder sowie Saunen. Auch Messen, Ausstellungen und Kongresse sind wieder erlaubt.



Im dritten Öffnungsschritt werden bei einigen der genannte Einrichtungen höhere Besucherzahlen erlaubt, außerdem dürfen Freizeitparks und sonstige Freizeiteinrichtungen wieder aufmachen.

Sollte es jeweils anders kommen und in den zwei Wochen nach einem Öffnungsschritt die Inzidenz im Durchschnitt wieder ansteigen, müsste der jeweilige Schritt wieder zurückgenommen werden. Wenn ein Kreis drei Tage hintereinander eine Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 100 hat, gelten wieder die Bestimmungen der Bundesnotbremse.