SDP verabschiedet langjähriges Mitglied

Joachim Pinkawa

Von Joachim Pinkawa

Sa, 07. Dezember 2019

Efringen-Kirchen

Rudolf Schmidt scheidet auf eigenen Wunsch aus / Ortsverein will mehr junge Menschen ansprechen.

EFRINGEN-KIRCHEN (pink). Bei der Mitgliederversammlung der SDP-Ortsgruppe Efringen-Kirchen am Donnerstagabend wurde Rudolf (Rudi) Schmidt als Vorstandsmitglied verabschiedet. Schmidt, der seit über zehn Jahren der SPD angehört, Mitglied des Gemeinderats war und mehrere Jahre auch dem Vorstand der Ortsgruppe angehörte, schied auf eigenen Wunsch aus und wurde für sein Engagement mit einer Laudatio und einem Geschenk von Armin Schweizer gewürdigt. Julia Schweizer wurde für ihre zehnjährige Mitgliedschaft in der SPD geehrt.

Der Vorsitzende Armin Schweizer artikulierte die aktuell spannende Stimmung für den Bundesparteitag mit Vorstandswahlen, zahlreichen Anträgen und Diskussionen zur besseren Profilierung der Partei. Mit dem Hinweis auf die "Repräsentative Wahlstatistik zur Europawahl 2019", wonach die SPD bei den Wählern im Alter von 18 bis 24 Jahren mit 8,5 Prozent ihren geringsten Stimmenanteil hatte, leitete Schweizer zum Schwerpunktthema des Abends über.

Als offene Gesprächsrunde standen "politische Beteiligungsmöglichkeiten für Jugendliche in Efringen-Kirchen" zur Diskussion. Unter Bezug auf Schlagworte wie "Politikverdrossenheit", "Altherren-Riegen in den Parteien" und dem Durchschnittsalter von über 60 Jahren bei den Parteimitgliedern der Volksparteien, sowie der seit einiger Zeit breit beschworenen Forderung nach "Verjüngung" zu mehr zeitgemäßer Politik sagte Schweizer: "Wir müssen auch als Ortsverband unsere Attraktivität updaten und uns um die politische Beteiligung junger Menschen bemühen."

Eine generelle Politikverdrossenheit junger Menschen wurde in mehreren Meinungsäußerungen mit Hinweis auf die Bewegung "Fridays for Future" verneint und eher als Parteiverdrossenheit mangels klarer politischer Positionierung der Parteien angesehen. Politische Profilierung generell und insbesondere auf lokaler Ebene kristallisierte sich heraus. "Wir dürfen die Jugendarbeit nicht überfordern, sondern sollten die eigene Dynamik der jungen Menschen akzeptieren", sagte der Landtagsabgeordnete Rainer Stickelberger, der zu Gast war. Er hinterfragte gleichzeitig die "Jugendansprache" kritisch: "Sind wir unattraktiv, weil uns die faszinierenden Themen fehlen? Die SPD muss einfach offener werden, auch mal etwas riskieren." Die "jungen" Gäste aus Jusos und SPD konnten sich den Meinungsäußerungen nicht nur anschließen, sondern mit Erfahrungen und Ansichten beflügeln. Jugendpfleger Jens Künster führte dazu seine Erfahrungen aus dem Jugendzentrum aus.