Mittelmeer

"Sea-Watch 4" von italienischen Behörden in Palermo festgesetzt

dpa

Von dpa

So, 20. September 2020 um 10:57 Uhr

Ausland

Das deutsche Rettungsschiff Sea-Watch 4 ist von den italienischen Behörden im Hafen von Palermo festgesetzt worden. Von einer falschen Registrierung für das Schiff ist die Rede.

Die Behörden kontrollierten das private Hilfsschiff nach Angaben der Betreiber im Hafen von Palermo elf Stunden lang und trafen anschließend in der Nacht zum Sonntag diese Entscheidung. Nach Angaben des Bündnisses, das die Sea Watch betreibt, werfen die italienischen Inspektoren der Sea-Watch 4 vor, dass die Rettung von Menschen nicht der Registrierung des Schiffes entspreche.

"Die fadenscheinigen Begründungen zeigen erneut, dass es sich nicht um die Überprüfung der Schiffssicherheit handelt, sondern um eine gezielte Verhinderung ziviler Seenotrettung im zentralen Mittelmeer", sagte Philipp Hahn, Einsatzleiter auf der Sea-Watch 4 in einer Mitteilung des Bündnisses United4Rescue vom Sonntag. Demnach sollen die deutschen Behörden Sea-Watch erst im Juli bestätigt haben, dass das Schiff alle Sicherheitsvorgaben erfülle.

Laut United4Rescue ist es bereits das fünfte Mal, dass ein ziviles Rettungsschiff festgesetzt wird. 2019 war die Sea-Watch 3 fast sechs Monate lang beschlagnahmt worden. Die Sea-Watch 4 war zuletzt bei einem Rettungseinsatz im Mittelmeer unterwegs, anschließend absolvierte die Crew eine zweiwöchige Quarantäne vor dem Hafen von Palermo. Die Sea-Watch 4 wird von einem breiten Bündnis von Helfern betrieben, unter ihnen auch die Evangelische Kirche.