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Russland-Ukraine-Krieg

Selenskyj wirft Russland Angriff auf Kinderklinik in Kiew vor

  • dpa

  • Mo, 08. Juli 2024, 21:42 Uhr
    Ausland

     

Das russische Militär hat Kiew und andere ukrainische Städte wieder ins Visier genommen. Mindestens 30 Menschen starben, ein Kinderkrankenhaus liegt in Trümmern.

Rettungskräfte vor dem Okhmatdyt-Kinde...Kiew, das von Raketen getroffen wurde.  | Foto: Evgeniy Maloletka (dpa)
Rettungskräfte vor dem Okhmatdyt-Kinderkrankenhaus in Kiew, das von Raketen getroffen wurde. Foto: Evgeniy Maloletka (dpa)
Einen Tag vor dem Nato-Gipfel in Washington sind durch schwere Raketenangriffe auf die Ukraine mehr als 30 Menschen getötet worden. Allein in der Hauptstadt Kiew wurden nach Behördenangaben mindestens 20 Menschen getötet und mehr als 60 verletzt.

Fassungslosigkeit löste in Kiew aus, dass ein großes Kinderkrankenhaus getroffen wurde. Präsident Wolodymyr Selenskyj veröffentlichte ein kurzes Video, das zerstörte Krankenzimmer und Blutspuren auf dem Boden zeigte. Er sprach davon, dass Menschen verschüttet seien.

Selenskyj legte sich nicht fest, ob die Klinik direkt angegriffen worden sei oder die Attacke einem anderen Objekt gegolten habe. Aber er schrieb: "Russland kann sich nicht unwissend stellen, wohin seine Raketen fliegen."

Russland schiebt die Schuld auf ukrainische Flugabwehrrakete

Das russische Verteidigungsministerium bestätigte Raketenangriffe, die Rüstungsfabriken und Militärflugplätzen gegolten hätten. Videobilder belegten, dass die Schäden durch eine ukrainische Flugabwehrrakete verursacht worden seien, hieß es ohne Beleg. Die Erschütterung der Ukrainer über den Angriff tat das Militär als "Hysterie des Kiewer Regimes" ab, wie sie sich immer wieder vor Zusammenkünften der Nato zeige.

Laut dem ukrainischen Gesundheitsminister Wiktor Ljaschko wurden in der Klinik Abteilungen für Dialyse und Krebsbehandlung, Operationssäle und die Intensivstation beschädigt. "Kleine Krebs- und Dialysepatienten sitzen mit ihren Müttern auf dem Bürgersteig", berichtete der deutsche Botschafter Martin Jäger von einem Vor-Ort-Besuch am Krankenhaus.

Selenskyj wies die russischen Behauptungen zu einem Fehler der ukrainischen Flugabwehr zurück. "Was für ein Zynismus, den die Mistkerle im Kreml an den Tag legten, dass es angeblich die ukrainische Flugabwehr und kein gezielter Raketenschlag war", sagte er auf einer Pressekonferenz mit dem polnischen Regierungschef Donald Tusk in Warschau, wo Polen und die Ukraine ein Sicherheitsabkommen unterzeichneten.

Auch zweites Krankenhaus getroffen

Laut Kiew wurde noch ein zweites Krankenhaus in der Hauptstadt auf der anderen Seite des Dnipro beschädigt. Das russische Militär setzte bei den Angriffen Selenskyjs Angaben zufolge mehr als 40 Raketen ein.

Die Ukraine wehrt seit über zwei Jahren eine russische Invasion mit westlicher Hilfe ab und drängt auf die Bereitstellung weiterer moderner Flugabwehrsysteme durch den Westen. Kiew hofft auf entsprechende Zusagen beim Nato-Gipfel, der diesen Dienstag in Washington beginnt.

Ressort: Ausland

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