Senioren können im Frühjahr einziehen

Hagen Späth

Von Hagen Späth

Mo, 10. August 2020

Kappel-Grafenhausen

Trotz Corona läuft am Neubau Haus Taubergießen alles rund/ 45 Pflegeplätze und 20 Servicewohnungen entstehen.

. Die Arbeiten am Haus Taubergießen in Kappel liegen voll im Zeitplan. Bei einer Baustellenbesichtigung konnte sich die Badische Zeitung bei einem Gang durch den Rohbau einen Eindruck von den Dimensionen des Projekts machen. Im Erdgeschoss entstehen gerade 45 Pflegeplätze, im Obergeschoss 20 Zwei- bis Drei-Zimmer-Wohnungen in der Größe von 60 bis 80 Quadratmetern.

"Die Baustelle läuft sehr gut, Corona hat für uns keine Rolle gespielt", erläuterte Karl-Rainer Kopf, der Geschäftsführer der Kopf-Gruppe, die Situation. Die Kopf-Gruppe aus Lahr ist der Entwickler und Investor des Projekts, als Betriebsträger konnte der Saarländische Schwesternverband gewonnen werden, der unter anderem auch das Pflegeheim in Schwanau-Nonnenweier betreibt. Kopf: "Wir investieren hier bei einer Nutzfläche von mehr als 4000 Quadratmetern fast elf Millionen Euro." Mit der Fertigstellung des Baus rechnet er noch in diesem Jahr, im Frühjahr 2021 könne dann eingezogen werden.

Pflegebereich für die Senioren im Erdgeschoss

Das Gebäude ist in der Form eines großen H angelegt, nach vorne hin in der Mitte mit dem zentralen Eingangsbereich und nach hinten mit einem Innenhof, beleuchtet Heinz Neumann, der für die Kopf-Gruppe soziale Projekte betreut, die Details des Baus. Im Erdgeschoss ist das Pflegeheim untergebracht, die Einzelzimmer sind alle 21 Quadratmeter groß und beinhalten ein Pflegebad. Einzelne Zimmer können bei Bedarf auch verbunden werden, wenn zum Beispiel ein Ehepaar diesen Wunsch äußert.

Die 45 Bewohnerinnen und Bewohner, um die sich das Haus Taubergießen einmal kümmern will, sind in drei Gruppen zu je 15 Personen unterteilt, jede Gruppe bekommt einen eigenen Aufenthaltsraum. Dazu kommt noch eine große Cafeteria, die auch für Außenstehende offen sein soll. Neumann: "Das sind aber Details, die der Betriebsträger entscheiden muss." Dazu gehöre zum Beispiel auch, in welcher Form Ehrenamtliche die fest angestellten Pfleger unterstützen können.

Im Obergeschoss sind im Mittelteil noch Personal- und Serviceräume für das Pflegeheim vorgesehen sowie die Heizzentrale. Dazu kommen die 20 Wohnungen, alle behinderten- und seniorengerecht gestaltet und alle mit Balkon. Alle Wohnungen sollen vermietet und nicht verkauft werden. Je nachdem, welche zusätzlichen Hilfen oder Unterstützungen die künftigen Mieter benötigen, sind Dienstleistungen aus dem Bereich Hauswirtschaft oder Küche bis hin zur Pflege zusätzlich buchbar.

Manuel Hummel, der sich für das Büro Smart Projektbau um die technische Betreuung kümmert, ergänzte, dass bei allen Zimmern und Wohnungen auch an die Kommunikation gedacht sei. Jede Einheit bekomme zwei Kabelanschlüsse für Fernsehen und Internet und das Erdgeschoss werde zusätzlich mit WLAN versorgt. Weil das Grundwasser in dem Gebiet in der Regel bei 1,80 bis zwei Meter anstehe, habe das gesamt Baugelände um etwa 1,50 Meter aufgeschüttet werden müssen, um das Regenwasser in Mulden versickern zu können. Zusätzlich dazu werde ein Pumpwerk eingebaut.

Bürgermeister Jochen Paleit erinnerte daran, dass der entscheidende Impuls, um ein solches Pflegeheim überhaupt in Angriff zu nehmen, aus der Bürgerschaft selbst gekommen sei: "Wir möchten im Ort die Möglichkeit schaffen, dass die Bürger ihre Angehörigen hier unterbringen können, wenn es zuhause nicht mehr geht." Die Situation mit dem hoch anstehenden Grundwasser sei von Anfang an klar gewesen. Jochen Paleit: "Nicht umsonst heißt die Gemarkung hier Gänsweid."

Zum Abschluss des Rundgangs, auf dem Flachdach stehend mit Blick in das Grün der privaten Gärten rund ums Haus, dankte Neumann insbesondere der Nachbarschaft für ihr Verständnis während der Bauzeit. Ein Nachbar hatte sogar seine Wiese für eine Baustraße zur Verfügung gestellt.

Kontakt: Joachim Backes, Tel. 06824/ 909-167. E-Mail: Joachim.Backes@ schwesternverband.de