Fahndung

Sexualstraftäter aus dem ZfP Emmendingen weiter auf der Flucht

Patrik Müller

Von Patrik Müller

Mo, 11. Januar 2021 um 07:46 Uhr

Emmendingen

Am 2. Dezember floh ein verurteilter Sexualstraftäter aus dem Zentrum für Psychiatrie in Emmendingen. Gefunden wurde er bisher nicht. "Der Mann wird nach wie vor intensiv gesucht", teilt das LKA mit.

Auch einen Monat nach seiner Flucht aus dem Zentrum für Psychiatrie (ZfP) in Emmendingen ist der verurteilte Sexualstraftäter Wolfgang Ulrich Mair immer noch auf freiem Fuß. Hinweise, wo der 63-Jährige sich derzeit aufhalten könnte, gibt es nicht, wie das Landeskriminalamt in Stuttgart auf BZ-Anfrage erklärt. "Der Mann wird nach wie vor intensiv gesucht", erklärt eine Sprecherin der Behörde. Bislang seien sieben Hinweise eingegangen. Eine Woche nach der Flucht am 2. Dezember waren es sechs Hinweise.

Mair hatte Anfang Dezember am Abend vor einem Strafprozess gegen ihn am Freiburger Landgericht einem schlafenden Mitpatienten in einer offenen Wohngruppe einen Schlüssel gestohlen und war verschwunden. Laut Aussage von Ralf Zehnle, dem Medizinischen Direktor der Forensischen Psychiatrie, leidet der Flüchtige an Herz- und Lungenproblemen und kann zu Fuß keine langen Strecken zurücklegen – auch deshalb stehen hinter der Flucht viele Fragezeichen.

Das Landgericht Stuttgart hatte Mair 1999 wegen versuchter Vergewaltigung, Körperverletzung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte zu einer Haftstrafe verurteilt und zugleich die Sicherungsverwahrung beantragt. "Er war damals schon entsprechend vorbestraft", sagte Melanie Rischke, Sprecherin der dortigen Staatsanwaltschaft, im Dezember. Der Straftäter kam wie alle Sicherungsverwahrten in das Freiburger Gefängnis, im Jahr 2014 schickte ihn die Strafvollstreckungskammer ins Zentrum für Psychiatrie. Dort soll er im Sommer 2019 laut Anklage der Freiburger Staatsanwaltschaft eine Mitpatientin vergewaltigt haben.

Gefährlich für die Allgemeinheit, sagte Psychiater Zehnle im Dezember zur BZ, sei der Flüchtige aber nicht. "Wir vermuten, dass es sich um eine Kurzschlussreaktion handelte, dass er eine irrationale Angst vor der Gerichtsverhandlung hatte." Die Flucht war am Morgen des 3. Dezember bekanntgeworden, als der Angeklagte nicht vor Gericht vorgeführt werden konnte. Einen Tag später veröffentlichte die Polizei ein Fahndungsfoto.
Beschreibung
Der Flüchtige ist laut Behörden etwa 175 Zentimeter groß und schlank. Er hat graue lockige Haare, die zu einem Pferdeschwanz gebunden sind. Über seine Kleidung ist nichts bekannt. Zeugen, die Hinweise zum Aufenthaltsort des 63-Jährigen geben können, werden gebeten, sich unter der Rufnummer 0711/89905778 an die Kriminalpolizei zu wenden.