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dpa

Von dpa

Mi, 03. März 2021

Beruf & Karriere

Ausbildung: Beton- und Stahlbetonbauer lernen mit dem Hightechmaterial umzugehen.

Körperlich anstrengend, im Sommer heiß, im Winter kalt: Wegen solcher Vorbehalte ist eine Ausbildung in der Baubranche nicht bei allen Jugendlichen beliebt. Da ist es nicht immer einfach für die Unternehmen, Nachwuchskräfte zu finden. Umso besser lief es im Fall von Norman Zlatnik, dem nach einem Praktikum klar wurde, dass die Baubranche etwas für ihn ist.

Nach seinem Abitur hatte er zunächst überlegt, Bauingenieurwesen zu studieren. Mit einem Praktikum in einer Baufirma entdeckte er aber sein handwerkliches Talent und entschied sich für eine Ausbildung zum Beton- und Stahlbetonbauer. "Studieren kann ich ja später immer noch", sagt der 22-Jährige.

Bei der Firmengruppe Max Bögl, einem international tätigen Bau- und Technologieunternehmen mit Sitz in der Oberpfalz, ist er inzwischen im zweiten Ausbildungsjahr.

Dass es nicht immer so reibungslos läuft mit der Nachwuchskräftesicherung, erzählt auch Ausbildungsleiter Manuel Pöhner: "Wir spüren die gesellschaftliche Grundhaltung, dass man sich nicht gerne die Hände schmutzig macht."

Deshalb ist das Unternehmen bemüht, dem Nachwuchs die Begeisterung für Beton zu vermitteln: Der ist heutzutage ein Hightech-Werkstoff, der aus Zement, Gesteinskörnung, Wasser, Zusatzmittel, Zusatzstoffen und Luft besteht. Werden diese Komponenten intelligent variiert und modifiziert, entstehen neue Verarbeitungs- und Nutzungsmöglichkeiten.

Beton- und Stahlbetonbauer arbeiten auf unterschiedlichen Baustellen, um neue Gebäude zu bauen oder bestehende zu modernisieren. Sie sind dabei zum Beispiel im Wohnungsbau genauso wie im Industrie- oder Brückenbau im Einsatz, wie das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) erklärt.

Oder sie fertigen im Werk Stahlbetonfertigteile, wie Norman Zlatnik. Dabei stellen die Betonfachkräfte zunächst Schalungen für Fundamente, Stützen und Balken sowie für Wände, Decken oder Treppen her. Im zweiten Schritt sorgen sie dann für Bewehrungen, also für in den Beton eingelassene Verstärkungen aus Stahl. Stimmt die Qualität des Betons, fließt er in die Schalung.

Norman Zlatniks Arbeitstag fängt mit einer Teambesprechung um 6 Uhr an. "Das ist gewöhnungsbedürftig", sagt der 22-Jährige. Dann werden die anstehenden Aufgaben besprochen und zugeteilt. Wer so früh beginnt, hat natürlich auch früh frei. Um 14.30 Uhr wird aufgeräumt, um 15 Uhr beginnt für den Azubi der Feierabend.

Seine Aufgaben verlangen neben einem guten räumlichen Vorstellungsvermögen auch handwerkliches Geschick im Umgang mit anderen Werkstoffen. Denn Beton- und Stahlbetonbauer arbeiten ebenso mit Holz und Kunststoffen. Sie müssen auch Sägen, Schweißen sowie Schrauben beherrschen und außerdem den richtigen Umgang mit den jeweiligen Werkzeugen und Maschinen.

Ergänzend zur Ausbildung im Unternehmen besucht Norman Zlatnik blockweise die Berufsschule. Zudem hat die Firmengruppe Max Bögl ein Ausbildungszentrum. Dort sollen die Auszubildenden die anderen Bereiche des Baugewerbes kennenlernen.

Dadurch soll ihr Verständnis für das "große Ganze" gestärkt werden. "Die Bauindustrie ist im Wandel", sagt Ausbilder Manuel Pöhner. "Kostendruck und Qualitätsansprüche steigen. Fertigteile werden immer filigraner und schlanker. Gleichzeitig stehen Themen wie Umweltschutz und Nachhaltigkeit im Fokus", zählt er auf. Darauf sollen die Azubis im Unternehmen vorbereitet werden.

Die Vergütung unterscheidet sich – je nachdem, bei welchem Betrieb und in welchem Bundesland man seine Ausbildung absolviert. Die Bundesagentur für Arbeit nennt für das Baugewerbe Orientierungswerte zwischen 805 und 890 Euro brutto pro Monat im ersten Ausbildungsjahr. Die Vergütung steigt dann bis zum dritten Lehrjahr auf zwischen 1210 und 1495 Euro an.

Infos: Ausbildungen in der Baustoffbranche, Betonbauer/-in: http://mehr.bz/beton2

http://mehr.bz/beton3