Kryptowährung

Sie sorgt für eine grandiose Stromverschwendung

Georg Heizmann

Von Georg Heizmann (Freiburg)

Mo, 26. April 2021

Leserbriefe

Zu: "Meilenstein für Finanzmarktnische", Agenturbeitrag, und "Eine Frage des Glaubens", Beitrag von Bernd Kramer (Wirtschaft, 15. April)

Mit einem Artikel und einem Kommentar gibt die BZ dem "Börsengang von Coinbase, einer Handelsplattform für Kryptowährung", großen Raum. Auch wenn es jeweils vor allem um anlagetechnische und finanzwirtschaftliche Aspekte geht und die Kryptowährung auch durchaus kritisch gesehen wird, kommen mir zwei entscheidende Gesichtspunkte zu kurz.

Dass Bitcoins gerne von mafiösen oder mafiaähnlichen Gruppierungen zur Geldwäsche benutzt werden, wird mit "illegale Verwendungen" nur angedeutet. Und dass es sich bei der Kryptowährung um grandiose verantwortungslose Stromverschwendung mit entsprechender klimazerstörender Umweltbelastung handelt, wird nur in wenigen Zeilen thematisiert. So ist der BZ- Infobox zu entnehmen, dass allein die chinesische Bitcoin-Produktion 2024 so viel Strom benötigen wird wie ganz Italien. Oder anders ausgedrückt: Laut Schätzungen der Universität Cambridge liegt der jährliche weltweite Stromverbrauch von Kryptowährung derzeit bei etwa 128 Terrawattstunden. Ganz Deutschland hatte 2020 einen Bruttostromverbrauch von 543,6 Terrawattstunden. So werden wir die Reduzierung der Erderwärmung nicht schaffen.

Den im Artikel erwähnten 56 Millionen Coinbase-Nutzern ist der Klimawandeln entweder egal oder sie befördern ihn bewusst. Und gefährden damit unsere und die Zukunft unserer Kinder. Es würde mich freuen, wenn die BZ sich genauer mit den verschiedenen Aspekten von Kryptowährung kritisch auseinandersetzt. Georg Heizmann, Freiburg