Politik braucht Beteiligung

Horst Dauenhauer

Von Horst Dauenhauer

Sa, 04. Mai 2019

Simonswald

Jungwähler-Veranstaltung in Simonswald erklärt Wahlsystem und wie Kommunalpolitik wirkt.

SIMONSWALD. Die bevorstehenden Wahlen waren Thema eines recht lebhaften Informationsabends mit der SPD-Landtagsabgeordneten Sabine Wölfle und deren persönlichen Referenten Pavlos Wacker. Gemeinderat Rainer Bär (SPD) und einige Kandidaten der Freien Wählergemeinschaft, auf deren Liste Bär kandidiert, waren sehr erfreut, dass zahlreiche Jugendliche, darunter einige Erstwähler ins Gasthaus "Hirschen" gekommen waren.

Pavlos Wacker stellte sich den jungen Leuten vor und machte deutlich, dass Wahlen auch für Simonswald wichtig sind. Um herauszufinden, wie die Anwesenden über ihre Gemeinde denken, ließ er alle aufstehen. Jeder sollte einen Platz im Raum einnehmen, nach Einschätzung, was als positiv oder negativ empfunden wird. Dabei zeigte sich, dass die Mehrheit gerne in Simonswald lebt. In der anschließenden Gesprächsrunde wurde dann über Stärken und Schwächen diskutiert. Dabei war zu erkennen, dass sich die Jugendlichen durch das ausgeprägte Vereinsleben zusammenfinden und einen Jugendraum nicht vermissen. Als mangelhaft wurde die Bus- und Bahnverbindung, besonders abends und nachts, beurteilt.

Baden-Württemberg habe ein kompliziertes Wahlrecht, erläutere Wacker. Man kann Kumulieren und Panaschieren, erklärte Wacker. Wählen sei Bürgerpflicht, es gelte kommunale Probleme zu lösen, Verantwortung für die Gemeinde zu übernehmen. Wichtig sei es auch, zu erkennen, wo Politik im eigenen Umfeld stattfindet. Sabine Wölfe gab zu verstehen, dass die Kommunalwahlen nahe am Bürger stattfinden, trotzdem sei festzustellen, dass die Wahlbeteiligung weiter rückläufig ist. Der Gemeinderat vertrete die Bürger und sollte regen Austausch mit ihnen pflegen. Deutschland ist weltweit eine der besten Demokratien, in der das Wahlrecht höchstes Gut ist, betonte die Abgeordnete. Die politische Teilnahme sei nicht nur etwas "für alte Herren", in der alternden Gesellschaft seien junge Menschen, dies sich politisch engagieren, besonders wertvoll. Wölfle forderte die Anwesenden auf, Gemeinderäte anzusprechen, ihre Meinung kundzutun, beispielsweise Fragebogen für die Kandidaten zu entwerfen und diese nach der Wahl auszuwerten. Demokratie brauche Beteiligung, betonte Wölfle.