Corona in Baden-Württemberg

Singen und Musizieren in Schulen erlaubt – Schulchöre müssen noch warten

dpa

Von dpa

Fr, 04. September 2020 um 11:21 Uhr

Südwest

Nach der jüngsten Corona-Verordnung für Schulen im Südwesten werden das Singen und das Musizieren mit Blasinstrumenten wieder erlaubt. Für Schulchöre und -orchester gilt das noch nicht.

Die Forderung "Rettet die Schulmusik" prangt nach wie vor in großen Lettern auf der baden-württembergischen Internetseite des Bundesverbands Musikunterricht. Schrill tönten die Alarmglocken der Chöre und Musiker im Sommer, weil das Singen und das Spielen von Blasinstrumenten in geschlossenen Räumen aus Angst vor Corona an den Schulen verboten werden sollte.

Nun schlägt das Kultusministerium vor dem Schulstart am 14. September andere Töne an. Nach der jüngsten Corona-Verordnung für Schulen werden das Singen und das Musizieren mit Blasinstrumenten trotz der Corona-Auflagen wieder erlaubt. Für Schulchöre und -orchester gilt diese Zusage nicht – noch nicht.

Abstand, Lüften, Schutzwände

Nach Angaben des Ministeriums von Donnerstag müssen beim Musizieren im Unterricht und in geschlossenen Innenräumen mehrere Voraussetzungen erfüllt sein. Vor allem darf nur im Klassenverband oder einer Lerngruppe der Jahrgangsstufe musiziert werden, wie es in der neuen Corona-Verordnung "über den Schulbetrieb unter Pandemiebedingungen" heißt.

Auch muss ein Mindestabstand von zwei Metern in alle Richtungen eingehalten werden. Außerdem wird empfohlen, dass zwischen Lehrern und Schülern eine Schutzwand installiert wird. Es muss regelmäßig gelüftet werden, zudem müssen Instrumente nach dem Unterricht desinfiziert und Einmaltücher benutzt werden.

Andererseits ist laut Verordnung "die Mitwirkung außerschulischer Personen am Schulbetrieb [...] zulässig", es wären also etwa Musikschullehrer erlaubt. Die Sorge von Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) ist das Ausstoßen von Aerosolen bei Gesang und Musik, das eine Ansteckung mit dem Coronavirus begünstigt. Deshalb erhielten Schulchöre und -orchester eine Absage. Vor den Herbstferien soll die Lage wieder bewertet werden.