Skater sollen mitgestalten

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Di, 21. Juni 2022

Bad Krozingen

"Skatepark Revival" – Jugendliche machen sich Gedanken über eine Neugestaltung des Skateparks / Verschiedene Nutzer.

(BZ). Seit 2018 gibt es am südlichen Ortseingang von Bad Krozingen den Skatepark, der auf Initiative von Jugendlichen gebaut wurde und damals bundesweit als Musterbeispiel für eine gelungene Jugendbeteiligung in der Kommunalpolitik galt. Seither hat sich der Platz zu einem beliebten Treffpunkt für ganz unterschiedliche Gruppen entwickelt. Nun soll der Skatepark nicht nur technisch überholt, sondern in seiner Nutzung neu überdacht werden, unter Einbeziehung der Wünsche und Anregungen der Jugendlichen.

Gemeinsam mit jungen Skatern und Scooter-Ridern aus Bad Krozingen fand dieser Tage im Jugendzentrum ein Jugend-Hearing zum Thema "Skatepark Revival" statt. Der in der Region bekannte Skatepark wird bereits seit seiner Entstehung intensiv genutzt. Neben den Skatern, Scooter-Ridern und Inline-Fahrern treffen sich mittlerweile auch BMX/Mountainbiker und viele Eltern mit jüngeren Kindern auf dem Gelände, das zudem auch immer öfter als Partytreffpunkt genutzt wird. Dies führt dazu, dass die Anlage mittlerweile einen verstärkten Instandhaltungs- und Reinigungsbedarf aufweist, wie die Stadtverwaltung mitteilt. Zudem ergibt sich durch die große Bandbreite an ganz unterschiedlichen Nutzern auch die Notwendigkeit, die Anlage an die neuen Gegebenheiten anzupassen. So ist der Skatepark in seiner momentanen Aufstellung nicht für Familien mit kleinen Kindern oder Radfahrer gedacht und auch nicht geeignet.

Da sich Nutzer in den vergangenen Monaten vermehrt über notwendige Veränderungen am Skatepark geäußert haben, will die Stadtverwaltung die Anlage mit den Jugendlichen nun neu überdenken und sie dabei aktiv in den Planungsprozess mit einbeziehen. Aus diesem Anlass traf sich vergangenen Mittwoch im Jugendzentrum Stadtjugendreferent Ike Fischer mit einer Gruppe junger Skater und Scooter-Ridern aus Bad Krozingen zu einem Jugendhearing. Ziel des "fachlichen" Austausches war es, die Probleme durch die unterschiedliche Nutzung zu definieren und entsprechende Lösungsansätze festzuhalten, um somit den Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, sich aktiv an der Entwicklung des Parks zu beteiligen und ihnen eine Stimme bei den weiteren Planungen zu geben. Dabei war es für die Jugendlichen besonders wichtig, dass, gemessen an den unterschiedlichen Nutzergruppen der Anlage, zu denen auch BMXler/Mountainbiker, Familien mit jüngeren Kindern und immer mehr auch Partygänger gehören, der Platz zur Sicherheit und Zufriedenheit aller weitergedacht wird.

Insbesondere die vermehrte Nutzung des Platzes durch Familien mit kleinen Kindern bereitet den Jugendlichen Sorgen. Der Platz ist zwar offiziell für Kinder unter acht Jahren verboten, dennoch wird die Anlage häufig für Fahrübungen genutzt. Dabei geraten die Kinder schon einmal in die Bahnen der Skater und Scooter, was nicht selten zu gefährlichen Situationen führt. Als eine weitere Belastung für alle Nutzer der Anlage sehen die Jugendlichen den sich häufig ansammelnden Müll, insbesondere nach Schulabschlussfeiern oder Wochenendpartys. Um allen Gruppen gerecht zu werden, wird von den Jugendlichen eine Erweiterung des Areals vorgeschlagen. Dabei wurde beispielsweise auch angedacht, die als Fußballplatz genutzte, benachbarte Grünfläche zu teilen und darauf einen Fahrpark für kleinere Kinder, mit separaten Sitzmöglichkeiten sowie einen Bereich für Partys oder Grillaktionen mit genügend Mülleimern einzurichten. Zudem wird der Bau einer Windschutzmauer als sinnvolle Ergänzung gesehen, die den Park nicht nur auch bei stärkeren Winden befahrbar machen soll und damit auch die bestehende Free-Wall für die Sprayer aufwerten könnte. Nach dem Hearing hat sich eine Arbeitsgruppe aus fünf Jugendlichen gebildet, die das Thema nun zu einem gemeinsamen Projekt zusammenfügen wird. Anschließend soll das Projekt öffentlich dem Gemeinderat vorgestellt werden.