Sollte eine Zeitung nicht das Bild einer diversen Gesellschaft wiedergeben?

Anne-Christine Layani

Von Anne-Christine Layani (Freiburg)

Sa, 13. Februar 2021

Leserbriefe

Über Frauen muss man immer noch stolpern, damit sie sichtbar werden. Sich in einem Leitartikel als Journalist darüber zu echauffieren, dass man beim Lesen eines Artikels Sternchen vor Augen hat, hat mich verwundert. Gesellschaft ist etwas, das sich wandelt. Und zum Glück hat sich schon einiges getan, wenn auch nur langsam, aber stetig. Sprache ist ein wichtiger Teil des Wandels, sie kann das Denken verändern und das Handeln beeinflussen. Mitunter geschieht das über Ungewohntes. In einer Sprache, die das generische Maskulinum als das "Normale" ansieht, von dem alles andere abgeleitet wird, muss man eben zu den Sternen greifen, um klar zu machen, dass nicht nur die Männer gemeint oder das Zentrum der Welt sind. Was in den jüngeren Generationen schon längst im Sprachgebrauch angekommen ist, scheint Herrn Hupka große Schwierigkeiten zu bereiten. Da stellt sich mir die Frage, was das Ziel einer (regionalen) Zeitung ist: das Bild einer diversen und offenen Gesellschaft wiederzugeben und zu bestärken oder sich dem zu verschließen und an alten Rollenbildern festzuhalten und eventuell bei diesem Vorhaben (jüngere) Leser*innen zu vergraulen? Anne-Christine Layani, Freiburg