Sozialstation kann Defizit ausgleichen

Silke Hartenstein

Von Silke Hartenstein

Fr, 06. Mai 2022

Kandern

Vorsitzender Sänger berichtet der Hauptversammlung in Hertingen von zwei schwierigen Jahren.

. Zwei Corona-Jahre lang gab es bei der Kirchlichen Sozialstation Südliches Markgräflerland keine Mitgliederversammlung in Präsenz. Nun fand sie in Hertingens evangelischer Kirche wieder statt. Wie der Vorsitzende Klaus Sänger berichtete, stellten die zwei Jahre vor große Herausforderungen. Die Pflegekräfte spürten die Belastung, Hausbesuche wurden kompliziert, 2021 wurden eine bis zwei Familienpflegerinnen häufig in der Pflege eingesetzt. Alle Kunden der Sozialstation konnten bedient werden. Bei neuen Anfragen indes gab es laut Pflegedienstleiterin Jutta Quasnowitz zum Jahresende 2021 wegen Personalmangels einen Engpass. Mittlerweile seien alle Stellen wieder besetzt.

Die Kirchliche Sozialstation ist eine Einrichtung der evangelischen und katholischen Kirchengemeinden mit dem Einzugsgebiet Bad Bellingen, Efringen-Kirchen, Kandern, Malsburg-Marzell und Schliengen. Sie bietet alles rund um Pflege, Beratung und Begleitung. Ende 2021 waren 84 Mitarbeiterinnen auf 39 Vollzeitstellen beschäftigt, davon 28 in der Pflege, 41 in Hauswirtschaft, Betreuung und Nachbarschaftshilfe sowie fünf in der Familienpflege. Dazu kamen zehn Beschäftigte in Verwaltung, Geschäftsführung, Hausmeisterdienst, Pflegedienst- und Einsatzleitung sowie ehrenamtliche Dienste wie Hospizbegleitung und aktivierende Hausbesuche.

Die Jahresrechnung 2020 schloss mit 4600 Euro Defizit. Dazu sei es, so Sänger, durch nicht zahlungsfähige oder -willige Patienten gekommen. Das Defizit wird aus dem Überschuss des Jahres 2021 ausgeglichen. Zudem werden 5200 Euro staatliche Corona-Hilfe bis zur abschließenden Rechnungsprüfung zur Seite gelegt. Sänger geht davon aus, dass sie nicht zurückgezahlt werden muss.

Im Haushaltsplan 2022 rechnet man bei Erträgen und Ausgaben von jeweils rund 2,5 Millionen Euro mit 8400 Euro Überschuss. Der Posten Benzinkosten wurde um 2240 auf 30 000 Euro angehoben – im Vorjahr hatten die Mitarbeiter in den 23 Sozialstationsfahrzeugen 282 683 Kilometer zurückgelegt. Für den Erweiterungsbau am Sitz der Sozialstation in Kandern werde, informierte Sänger, noch der genaue Raumbedarf geprüft.

Wahlen: Vorsitzender Klaus Sänger, zweiter Vorsitzender Pfarrer Christian Mack, Beisitzerinnen Renate Höferlin und Beate Gabelmann, Beisitzerin Tanja Höferlin (für Marlene Vogel).

Geehrt: Als Mitarbeiterinnen im Pflegedienst Renate Stellmacher (für 15 Jahre), Karin Baldenhofer (25), Tina Karlhuber und Evi Grebenar (beide 30); für Nachbarschaftshilfe Inge Schmid (20). Die langjährige Pflegekraft Silvia Kühn wurde in den Ruhestand verabschiedet.

Website: http://www.sozialstation-kandern.de