Bezirksliga Hochrhein

Spektakel an der Spitze: VfB Waldshut und FC Wittlingen trennen sich 3:3

Matthias Scheibengruber

Von Matthias Scheibengruber

So, 01. Dezember 2019 um 18:22 Uhr

Bezirksliga Hochrhein

Es war ein echtes Spitzenspiel, das der Verfolger VfB Waldshut und Tabellenführer FC Wittlingen der Fußball-Bezirksliga geboten haben. In einer packenden Schlussphase retteten die Gäste einen Punkt.

Danijel Kovacevic schwankte zwischen Freude und Ärger. "Ich hatte mir von der Mannschaft drei Punkte zum Geburtstag gewünscht", lächelte der nun 39-Jährige: Das 3:3 sei "unter dem Strich in Ordnung – auch wenn wir in der Nachspielzeit durch einen individuellen Fehler den Ausgleich kassieren". Zu gern hätte der Waldshuter Trainer mit Spielern und den Fans nicht nur seinen Geburtstag und die Halbserie mit 35 Punkten gefeiert: "Es war sensationell, wie die Mannschaft in der zweiten Hälfte aus einem 0:2-Rückstand ein 3:2 gemacht hat."

Wittlingens Coach Tiziano Di Domenico war trotz des verspielten Vorsprungs zufrieden über die Reaktion seiner Elf auf die 1:4-Pleite von Erzingen: "Dort haben wir blutleer und emotionslos gespielt. Davon war heute nichts zu sehen", sagte er. "In Unterzahl noch ausgeglichen – Hut ab", freute sich Di Domenico über den Last-Minute-Treffer. "Wir hätten es nicht verdient, hier zu verlieren."

"Das war das schönste Tor, das ich je kassiert habe." VfB-Torhüter Cihan Ceylan zum 0:2 durch Moritz Keller
Wie so oft, brauchte der VfB eine gewisse Anlaufzeit. Vor der Pause agierten fast nur die Wittlinger, die kaum glauben konnten, welche Möglichkeiten ihnen offen standen. Immer wieder scheiterten sie an Cihan Ceylan. Erst in der Nachspielzeit vor der Pause war der Waldshuter Schlussmann geschlagen. Mit einem verdeckten Schuss erzielte Nikolaj Tarasenko sein erstes Saisontor. Zwar drehte der VfB nach der Pause auf, erzielte auch ein – wegen Abseits nicht gegebenes – Tor. Doch der FCW wehrte sich. Moritz Keller zielte perfekt, traf zum 2:0 (61.): "Das war das schönste Tor, das ich je kassiert habe", zollte Ceylan dem Schützen seine Anerkennung.

Wittlingen trifft in der Nachspielzeit zum 3:3

Die Freude über den vermeintlichen Sieg war noch nicht verhallt, da jubelten die Hausherren das erste Mal. Stjepan Kovacevic überlistete Aykut Kaya mit einem Schuss ins kurze Eck – 1:2 (62.), und nun drückte der Gastgeber auf den Ausgleich. Selbst Außenverteidiger Tom Krieg tauchte im Wittlinger Strafraum auf, wurde von Tarasenko von den Beinen geholt. Gelb-Rot für den Wittlinger – und Strafstoß: Kaya ahnte zwar die Ecke, doch Vassilios Dimitriadis hatte stramm geschossen – 2:2 (83.). In Unterzahl bröckelte der Widerstand des Tabellenführers, prompt legte Waldshut nach. Mit dem Ablauf der regulären Spielzeit stand es plötzlich 3:2 für den VfB, der somit auf zwei Punkte am Spitzenreiter dran war: "Die Mannschaft ist eben im richtigen Moment da", befand VfB-Coach Kovacevic. Doch in der Nachspielzeit schlug Benedict Schneider die letzte Ecke vors Tor – Patrick Sorg traf volley zum 3:3.

Obwohl wichtige Stammkräfte fehlten (Kassem-Saad, Glattacker, Hug, Lorenz), bot der FCW eine reife Leistung: "Wir haben nun bei fünf Punkten Vorsprung in den nächsten Spielen gegen den TuS Efringen-Kirchen und beim FC Zell einen Patzer frei", blickte Di Domenico bereits ins Frühjahr: "Und danach meint es der Spielplan richtig gut mit uns. Wir wollen die Pole-Position jetzt auch nicht mehr abgeben."
VfB Waldshut – FC Wittlingen

Tore: 0:1 Tarasenko (45.), 0:2 Moritz Keller (61.), 1:2 Kovacevic (62.), 2:2 Dimitriadis (83./Foulelfmeter), 3:2 Juric (90.), 3:3 Sorg (90.+2). Schiedsrichter: Hohmann (Rheinfelden). Zuschauer: 220. Gelb-Rot: Tarasenko (81./FCW).