Wild Wings im Tiefflug in die Pause

Heinz Wittmann

Von Heinz Wittmann

Di, 04. Februar 2020

Schwenningen Wild Wings

Blutleerer Auftritt des DEL-Schlusslichts in Straubing / Jung-Stürmer David Cerny im Heimspiel gegen die DEG der einzige Lichtblick.

VILLINGEN-SCHWENNINGEN. Vor der Länderspielpause sitzt der Frust tief bei den Schwenninger Wild Wings. Nur noch vier Heimspielen haben die Schwenninger Kufencracks, die wie einbetoniert auf dem letzten Tabellenplatz stehen, in dieser ebenso ernüchternden wie ärgerlichen DEL-Saison zu bestreiten. Auswärts stehen noch sechs Partien an, doch in der Fremde ist das Team von Trainer Niklas Sundblad kaum konkurrenzfähig.

Am Freitag unterlag der SERC daheim der Düsseldorfer EG mit 1:2. Die Schwenninger Fans in der Kurve nahmen es mit Humor und feierten sich selbst. Und auch so mancher Schwenninger Dauerkarteninhaber sah die Sache mit Sarkasmus. Bezahlt hat er ja das Saisonticket und deshalb kommt keinem in den Sinn, nicht mehr zu den Partien der Wild Wings zu gehen. So ziemlich einziger Lichtblick der Partie war außer dem starken Torwart Dustin Strahlmer der neue Stürmer David Cerny. Der Spieler der U20-Wild Wings Future konnte bei seinem DEL-Debüt voll überzeugen. Schnell, doch nicht nur läuferisch stark, sondern auch körperlich robust, mischte der 19-Jährige mit. Gegen Düsseldorf besaß er die erste echte Schwenninger Chance, und hätte die Wild Wings beinahe in Führung gebracht. Nationaltorwart Mathias Niederberger war aber bei Cernys Rückhandschuss auf dem Posten. Bedauern gab es allerdings bei den Medienvertretern, dass Cerny nach der Partie nicht einmal für ein kurzes Statement zur Verfügung stand.

"Manager Jürgen Rumrich hat verboten, dass David spricht", erklärte Athletiktrainer Hendrik Kolbert. Der junge Mann, der erst vor wenigen Wochen den deutschen Pass bekam und von einer guten läuferischen Ausbildung in der Tschechischen Republik profitiert, sollte sich ganz auf die beiden Spitzenspiele in der DNL III der Young Wings gegen den EV Ravensburg konzentrieren. Die Schwenninger gewannen mit 6:4 und 9:3. In der zweiten Partie steuerte Cerny zwei Treffer bei. Er ist mit 77 Punkten (40 Tore/37 Assists) aus 24 Spielen Topscorer der DNL III. "Das war ein super Debüt von David. Ich habe schon im Training seine Qualität gesehen. Er ist groß und ein guter Schlittschuhläufer", lobte Wild-Wings-Trainer Niklas Sundblad.

Mit Boaz Bassen haben die Wild Wings einen zweiten jungen Mann, der aus der Schwenninger U20 stammt. "Wir sind stolz, dass es nach Boaz mit David nun ein zweiter Spieler aus unserem Nachwuchs zu den Wild Wings geschafft hat", sagt SERC-Nachwuchs-Cheftrainer Wayne Hynes. Seit zwei Jahren ist Cerny in Schwenningen. Der Linksschütze wird zu weiteren Auftritten bei den Wild Wings kommen. Aber auch die Stürmer Tom Berlin und Alexander Komov aus der U20 werden bei den Profis mittrainieren. Cheftrainer Sundblad will beiden sogar eine Chance in einem DEL-Spiel geben. Warum auch nicht. Schlechter als beim blutleeren Auftritt der Schwenninger bei der 1:5-Niederlage am Sonntag in Straubing können es die U20-Cracks auch nicht machen. Auswärts haben die Schwenninger von 60 möglichen Punkten bislang gerade sieben Zähler geholt. Sie fuhren nur einen Dreier ein und der ist bald ein halbes Jahr her, am 20. September siegten die Wild Wings in Iserlohn mit 4:1.

Unterdessen überzeugte Simon Danner bei seinen ersten Einsätzen für seinen Heimatklub Freiburger Wölfe in der DEL II. Der 33-Jährige lief in der zweiten Sturmreihe mit Cam Spiro und dem Ex-Schwenninger Nikolas Linsenmaier auf. Bei der 4:5-Heimniederlage nach Verlängerung gegen Heilbronn erzielte er ein Tor und gab eine Vorlage. Am kommenden Wochenende ruht der Puck wegen der Länderspielpause. Die nächste Partie bestreiten die Wild Wings am Freitag, 14. Februar, zu Hause gegen die Kölner Haie.