Playoff-Viertelfinale

Ringer des TuS Adelhausen klammern sich an einen dünnen Strohhalm

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Von Matthias Konzok & BZ-Redaktion

Do, 02. Januar 2020 um 13:29 Uhr

Ringen

Viele Faktoren sprechen vor dem Rückkampf im Playoff-Viertelfinale bei Wacker Burghausen gegen Ringer-Erstligist TuS Adelhausen.

Die Playoff-Reise des TuS Adelhausen neigt sich in dieser Saison wohl bereits im Viertelfinale ihrem Ende zu. Am Samstag tritt der Ringer-Erstligist zum Rückkampf bei Titelverteidiger SV Wacker Burghausen an. Nach der 8:18-Niederlage im Hinkampf ist die Ausgangslage für den TuS praktisch aussichtslos.

So rückt vor dem Rückkampf eher die Frage in den Fokus, ob die Adelhauser auf den finanziellen Aufwand, ihre besten Ringer aufzubieten, verzichten und sich ihrem Schicksal kostenschonend fügen. Doch derlei Überlegungen erteilt Bernd Reichenbach umgehend eine Absage, "wir werden unsere bestmögliche Mannschaft stellen", betont der Adelhauser Trainer. Das habe man im Verein beschlossen. Reichenbach sieht sich auch in der Verantwortung gegenüber Publikum und Sponsoren, schließlich repräsentiere man den TuS. Zudem ginge es auch um den Ringersport im allgemeinen, darum, für eine saubere Außendarstellung zu sorgen. Und so steht das Adelhauser Ziel, eine entsprechende Formation zusammenzustellen, "damit die Zuschauer attraktive Kämpfe sehen".

Sportlich müssen sich die Adelhauser Ringer vor dem Rückkampf an einen dünnen Strohhalm klammern. So war die Bilanz im Hinkampf mit je fünf Einzelsiegen immerhin ausgeglichen. Und der TuS hat selbst erlebt, wie sich eine scheinbar aussichtslose Lage wandeln, sich eine Dynamik entwickeln kann – wenn auch auf schmerzliche Weise. Im Januar 2018 war Adelhausen in den Rückkampf des Playoff-Halbfinales beim KSV Köllerbach mit einem Neun-Punkte-Vorsprung gegangen. Doch entglitt dem TuS der fast schon sichere Finaleinzug, die Gäste verloren 7:17 und schieden aus.

Vor dem Rückkampf in Burghausen am Samstag, 19.30 Uhr, sprechen allerdings zu viele Faktoren gegen den TuS, die den Strohhalm in den Adelhauser Fingern zerbröseln lassen. Als wäre die Hypothek aus dem Hinkampf mit zehn Punkten Rückstand nicht schon groß genug, sieht sich der TuS durch das Verletzungspech um vier Leistungsträger (Öhler, Semisorow, Voitechovskis, Wolfer) beraubt. "Wir haben unsere Lücken, eben auch verletzungsbedingt", sagt Reichenbach.

Wie schon in den Halbfinals der beiden Vorjahre fehlen den Adelhausern im entscheidenden Moment auf entscheidenden Positionen jene Ringer, die in engen Duellen den Unterschied ausmachen. Der Stilartwechsel zum Rückkampf wiederum stärkt tendenziell die Position der Wacker-Staffel, die zuhause seit Januar 2018 in 17 Kämpfen unbesiegt ist. Ohnehin tritt der Titelverteidiger in dieser Saison als übermächtiger Gegner auf. Doch wenn die Adelhauser schon nicht ein kleines Playoff-Wunder auf die Matte zaubern können, dann wollen sie sich wenigstens anständig verabschieden.