Spuren zu tausenden Verdächtigen

dpa

Von dpa

Di, 30. Juni 2020

Panorama

Pädokriminelle Netzwerke.

Im Missbrauchskomplex "Bergisch Gladbach" sind die Ermittler auf mehr als 30 000 Spuren gestoßen, die zu Verdächtigen führen könnten. Das hat das NRW-Justizministerium am Montag in Düsseldorf mitgeteilt. Es gehe dabei nicht nur um die Verbreitung und den Besitz von Kinderpornografie, sondern auch um schweren Kindesmissbrauch. Es handele sich um internationale pädokriminelle Netzwerke mit Schwerpunkt im deutschsprachigen Raum.

In Gruppenchats mit Tausenden Nutzern und in Messengerdiensten gingen die Täter wie selbstverständlich mit ihren Missbrauchstaten um, heizten sich an und gäben sich Tipps, etwa, welche Beruhigungsmittel man Kindern am besten verabreiche, um sie sexuell zu misshandeln. Bei den Spuren zu potenziellen Tätern könne es Dubletten geben: Nutze ein Verdächtiger mehrere Internetzugänge oder diverse Decknamen, könne er mehrfach auftauchen.

In dem Komplex "Bergisch Gladbach" wurden bisher bundesweit 72 Verdächtige identifiziert. Der Fall war im Oktober mit der ersten Durchsuchung bei einem der Hauptverdächtigen in Bergisch Gladbach ins Rollen gekommen. Er hatte noch im Juni bis zu 140 Ermittler beschäftigt.