St. Peter: Schmutzwasser teurer, Regenwasser billiger

Thomas Biniossek

Von Thomas Biniossek

Mi, 18. September 2019

St. Peter

Diskussion im Rat über steigende Abwassergebühren.

ST. PETER. Die Kosten für die Schmutzwasserbeseitigung steigen deutlich. Dagegen sinken die Gebühren für die Niederschlagsbeseitigung. Das beschloss der Rat der Gemeinde St. Peter am Montagabend. Insbesondere wurde die Erhöhung für die Entsorgung des Fäkalschlamms aus Kleinkläranlagen im Außenbereich kontrovers diskutiert. Am Ende stimmte dann aber eine Mehrheit dem Verwaltungsvorschlag zu, diese Kosten zu erhöhen. "Wir müssen kostenneutral arbeiten", sagte Bürgermeister Rudolf Schuler. Die neue Gebührensatzung gilt ab dem 1. Oktober für drei Jahre.

Zuletzt wurden die Gebühren für den Zeitraum Oktober 2018 bis September 2019 beschlossen und mussten nun neu gefasst werden. Erstmals hat nun die Verwaltung selbst die Kalkulation für diese Abgaben vorgenommen und dabei die laufenden Kosten und Erlöse sowie die Abschreibungen ermittelt und diese auf das Niederschlags- und Schmutzwasser aufgeteilt. Herausgekommen ist, dass die Gebührensätze teils stark angehoben werden müssen. So kostet ab Oktober die Schmutzwasserbeseitigung statt bislang 3,45 nun 3,93 Euro pro Kubikmeter. Die Entsorgung des Fäkalschlamms aus Kleinkläranlagen steigt von bisher 15 auf 46,25 Euro pro Kubikmeter. Hingegen sinkt der Preis für das Niederschlagswasser von 41 Cent pro Quadratmeter auf 20 Cent. "Für den durchschnittlichen Vierpersonenhaushalt bedeutet das letztlich eine Erhöhung von 30 Euro pro Jahr", sagte Bürgermeister Rudolf Schuler.

Für deutlichen Unmut sorgte bei Bernhard Weber und Markus Weber die Gebührensteigerung für die Besitzer von Kleinkläranlagen. "Ich trage diesen Vorschlag nicht mit. Wieder einmal werden diejenigen im Außenbereich richtig zur Kasse gebeten", sagte Markus Weber. Nicht nur, dass vor allem Landwirte eine eigene Klärgrube vor- und unterhalten müssten, jetzt würden sie auch noch kräftig zur Kasse gebeten. "Die Gemeinde muss einfach mehr investieren, um die Häuser und Höfe im Außenbereich an das gemeindliche Kanalnetz anzuschließen." Betroffen davon sind 125 Bürger, die eigene Kleinkläranlagen haben, berichtete Hauptamtsleiter Bernd Bechtold.

"Es war der Beschluss des vergangenen Rates, die Gebühren für die Außenbereiche defizitär niedrig zu halten. Die Verluste mussten dann alle Bürger der Gemeinde tragen", erklärte der Bürgermeister. Rudolf Schuler schlug vor, die Gebühren für die Entsorgung aus Kleinkläranlagen auf 30 Euro pro Kubikmeter festzusetzen. Davon wollte die Ratsmehrheit allerdings nichts wissen.