Steinen hat den Rotstift angesetzt

Thomas Loisl Mink

Von Thomas Loisl Mink

Do, 22. Oktober 2020

Steinen

Der Entwurf des Haushaltsplans rechnet für 2021 mit einem Defizit von vier Millionen Euro.

(tm). Die Gemeinde Steinen rechnet im kommenden Jahr mit einem Defizit von fast vier Millionen Euro. Gründe dafür sind die höheren Umlagen, die die Gemeinde wegen des sehr guten Jahres 2019 zahlen muss, während gleichzeitig wegen der Corona-Krise Einnahmen aus der Gewerbe- und der Einkommenssteuer in größerem Umfang wegbrechen.

Im Jahr 2019 hat die Gemeinde ein Plus von 4,467 Millionen Euro gemacht. Das führt nun 2021 dazu, dass mehr Geld in die Finanzausgleichsumlage bezahlt werden muss, und zudem steigt die Kreisumlage, wie Rechnungsamtsmitarbeiterin Dagmar Reeb am Dienstag im Gemeinderat erklärte. Corona habe jedoch die Steuereinnahmen der Gemeinde massiv einbrechen lassen. Zusammen führe dies dazu, dass im Gemeindehaushalt 2021 rund 3,9 Millionen Euro fehlen. Die Folgejahre, prognostizierte Reeb, schneiden jedoch wieder deutlich besser ab. Doch auch für 2022 rechnet man noch mit Corona-Auswirkungen und einem Fehlbetrag von 1,23 Millionen Euro.

Die Fehlbeträge können jedoch aus den Rücklagen gedeckt werden, die 2019 aufgefüllt wurden. Das dürfe aber keine Strategie für die Zukunft sein, stellte Reeb klar. Das bedeute, dass die Gemeinde sparen muss. "Wir haben den Rotstift angesetzt und machen nur noch das, was wir machen müssen", sagte Bürgermeister Gunther Braun. "Aber alles, was Dienstleistungen und Service für die Bürger sind und das, was Steinen lebenswert macht, ist drin, der Feuerwehrturm jedoch nicht", stellte er fest.

Größere Investitionen werden die Sanierung der Leichtathletikanlagen im Wiesentalstadion sein, die zweite Tranche des Wasserversorgungskonzepts Endenburg-Kirchhausen, die Sanierung Moosmattweg/Bannweg/Waldstraße, die Sanierung der Stützmauer Steinenberg, die Renovierung des Bürgerbüros Eisenbahnstraße sowie die Beteiligung an der Kapazitätserweiterung der Regio-S-Bahn. Der Entwurf des Haushaltsplans wird nun in den Gemeinderatsfraktionen und anschließend im Gemeinderat beraten und kann sich dabei noch ändern.