Familientreffen mit Folkrock & Co.

Gudrun Gehr

Von Gudrun Gehr

Mo, 15. April 2019

Steinen

Jetsam 5 um Walti Huber trat im Dorfstübli in Maulburg auf und unterhielt auf hohem Niveau / Zarek Silberschmidt solo im November.

MAULBURG. Der gute Ruf des Ensembles Jetsam 5 war offenbar nach Maulburg vorausgeeilt, denn das Dorfstübli war am Freitagabend bis auf den letzten Platz gefüllt, als die Musiker die Bühne betraten. Walti Huber, musikalisches Urgestein und Singer-Songwriter aus Lörrach, präsentierte sich mit seiner mittlerweile auf acht Personen gewachsenen Formation.

Im Nu war das Publikum in den Bann der eingängigen Songs rund um den irisch-schottischen Folk gezogen. Etwa 50 Lebensjahre trennen das älteste vom jüngsten Bandmitglied. Bandleader Walti Huber begrüßte die Gäste: "Ihr seht: Wir werden immer mehr – je mehr mitspielen, desto einfacher wird es für mich." Im Vordergrund der Präsentationen stand die neue CD der Band "On the Move", geschrieben von Walti Huber während Aufenthalten in Frankreich und Portugal.

Die selbst komponierten und gecoverten Folkrock-Balladen begeisterten das Publikum mit anspruchsvoller und unterhaltsamer Musik. Vier Sängerinnen begleiteten die Folk- und Pop-Songs mit ihren ausdrucksstarken Stimmen und hinreißenden Soloeinlagen. Es brillierten hier Ehefrau Monika Huber, Tochter Celine Huber, Noemi Bernstein und Christine Stolzenburg, denen der Spaß am gemeinsamen Gesang deutlich anzumerken war.

Perkussionist Stefan Schneider und Pianist Samy Rüsch begleiteten die traditionellen Songs perfekt und rundeten das Klangbild einfühlsam ab. Der in Basel wohnhafte George Ricci, Grandseigneur der Klarinette und Saxophonspieler, ist nebenbei Musikpoet, Theatermann und Kunstmaler. Er entlockte seinen Instrumenten ungeahnte Töne. Das Publikum durfte seine unglaubliche musikalische Fähigkeit erleben, indem er diesen Instrumenten liebreizende, schmeichelnde und betörende Klänge entlockte. Es hinderte ihn auch nichts, sich in jazzigen und groovigen Stücken zu präsentieren, mitreißende Dramatik zu entwickeln und träumend im Finale der Balladen zu schließen.

Stark beeindruckend zeigte sich als "Special Guest" der 25-jährige Zarek Silberschmidt. Der in Basel wohnhafte Neuseeländer begeisterte auf seiner Akustikgitarre. Diese benutzte er nicht nur als Zupf-, sondern auch als Perkussionsinstrument. Perfektes Picking, gepaart mit seinem Talent als Entertainer, unterhielt das Publikum. Sympathisch präsentierte er unter Lachsalven den amüsierten Zuhörern nebenbei clowneske Einwürfe. Zusammen mit George Ricci an der Klarinette bot Silberschmidt ein meisterliches Duett beim Stück "Blackbird" von den Beatles. Absolut begeisterte er das Publikum mit seiner Version von "Superstition" aus dem Jahr 1972 von Stevie Wonder. Hier zeigte er sein ganzes Können. Der bescheiden auftretende Zarek Silberschmied wird sich übrigens am 3. November mit einem Soloauftritt im Maulburger Dorfstüble erneut vorstellen.

Zu den neueren Werken von Walti Huber zählen abwechslungsreiche Stücke wie "Another home" mit beeindruckendem Chor und harmonischer Gitarrenbegleitung.

Gänsehaut erzeugte Sängerin Celine Huber beim Song "Fields of Gold" von Sting mit umwerfendem Chorgesang. Poetisch wurde es beim "Psithurism", der griechischen Bezeichnung für "Blätter, die im Wind rascheln", gesungen von Celine Huber mit überragender Klarinettenunterstützung von George Ricci. Das Publikum bedankte sich mit langanhaltendem Applaus bei den Musikern.