Stickelberger legt in der Causa AWO-Müll nach

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Do, 08. August 2019

Schopfheim

SPD-Abgeordneter wendet sich an Landrätin Marion Dammann.

SCHOPFHEIM (nic). Der SPD-Landtagsabgeordnete Rainer Stickelberger greift der Arbeiterwohlfahrt im Landkreis Lörrach bei der Entsorgungsproblematik unter die Arme: Stickelberger wendet sich nun in einem Brief direkt an Landrätin Marion Dammann und beschreibt die Problematik, der sich die AWO in ihren Sozialkaufhäusern in Schopfheim, Rheinfelden und Grenzach-Wyhlen gegenüber sieht. Die Ehrenamtlichen dort müssen in letzter Zeit vermehrt Gegenstände auf eigene Rechnung entsorgen, die an den Sozialkaufhäusern abgeladen werden. Beim Besuch Stickelbergers im AWO-Sozialkaufhaus "Schatzstübli" in Schopfheim vergangene Woche wurde diese Problematik öffentlich gemacht (BZ berichtete).

Die Haltung des Landkreises sei für ihn "nicht nachvollziehbar", schreibt Stickelberger nun. "Zuständig für die Müllentsorgung ist der Landkreis – wer sonst?" Mit "großer Verwunderung" habe er zur Kenntnis genommen, "dass es den zumeist ehrenamtlichen Helfern der AWO nicht möglich sein soll, jederzeit, problemlos und in unbegrenzter Menge nicht mehr verwertbare Gegenstände, die bei den Sozialkaufhäusern abgeliefert werden, auf den Recyclinghöfen des Landkreises zu entsorgen". Hinweisen wolle er überdies darauf, dass die AWO den Müll mit großem Aufwand vorsortiere und damit auch einen Teil der eigentlichen Aufgabe des Landkreises übernehme. "Ich möchte Sie daher zunächst um eine Erläuterung der Sach- und Rechtslage für diese willkürlich anmutende Verhaltensweise der Mitarbeiter der Recyclinghöfe bitten", fordert Stickelberger die Landrätin auf.

Um hier für alle Beteiligten – insbesondere die Recyclinghöfe – Klarheit zu schaffen, dürfte es seines Erachtens "kein Problem sein, der AWO eine Bescheinigung auszustellen, die ihr eine freie Abgabe von sortiertem Sperrmüll ohne Mengeneinschränkung garantiert". Sollte es eine solche Mengenbeschränkung geben, bittet Stickelberger um Auskunft, wo und wie die Gegenstände dann konkret entsorgt werden sollen. Darüber fordert Stickelberger auch, der AWO die kostenlose Entsorgung von Hausmüll zu ermöglichen. Die AWO muss jährlich Gebühren in Höhe von rund 4500 Euro tragen.