Studierende legen Analyse der Bürgerumfrage vor

Reiner Beschorner

Von Reiner Beschorner

Mi, 15. September 2021

Hohberg

Das Gemeindeentwicklungskonzept für Hohberg kommt voran.

(rb). Das Gemeindeentwicklungskonzept Hohberg 2040 hat mit der Abschlusspräsentation des von der Technischen Universität Kaiserslautern erarbeiteten Masterprojekts eine weitere Etappe hinter sich. Die Studierenden Katharina Hafner, Selina Fickinger, Shanna Beron und Dennis Beiser stellten im Gemeinderat am Montagabend die Umfrageergebnisse und mögliche, richtungsweisenden Bausteine vor.

Für die Analyse für die Gesamtgemeinde sowie die einzelnen Ortsteile wurden die bestehenden Rahmenbedingungen ausgelotet: räumliche Lage, Verkehr und Mobilität, Bevölkerungsentwicklung und Altersstruktur, historische Entwicklung und Landes-/Regionalplan. Weitere Grundlagen waren die Bautätigkeit in den vergangenen Jahren, gewerbliche Entwicklung, Typologie der Gebäude und Grünstruktur jedes Ortsteils.

Zudem wurde mit einer Postkartenaktion und einer Online-Bewertungsplattform der Gemeinde die Bevölkerung am Masterprojekt beteiligt. Die Möglichkeit, eigene Ideen und Anregungen einzubringen, stieß dabei auf große Resonanz. Die Umfrageergebnisse und die Eigenanalyse der Projektentwickler wurden für Gesamtgemeinde und Ortsteile getrennt erfasst. Die am häufigsten genannten Vor- und Nachteile:

Gesamtgemeinde Hohberg
» Gute Noten: Infrastruktur, Naturnähe, aktives Vereinsleben, zentrale und attraktive Lage, familiäres Miteinander, Schulangebot, medizinische Versorgung.
Schwächen: Taktung im Busverkehr, hohe Lärmbelastung an der B 3, zu viel Flächenverbrauch, unbelebte Ortskerne, fehlende Treffpunkte für Aktivitäten der Jugendlichen, fehlende Kultur- und Freizeitangebote.

Ortsteil Hofweier

» Stärken:
Senioreneinrichtungen, Schulangebot, kurze Wege, Freitagsmarkt, Terrassenlandschaft, Baumallee Dorfstraße und Kindergärten.

Schwächen: Fehlende Bahnanbindung, hohes Verkehrsaufkommen (Binzburgstraße), dezentrales Ärztehaus, Linksabbiegerspur auf B 3, zu viel Verkehr nahe der Ladengeschäfte, allgemeines Parkverhalten.

Ortsteil Niederschopfheim

» Gute Noten: Strandbad und Baggersee, Betreuungsoptionen in der Grundschule und die Landschaft.

Schwächen: Keine Bahnanbindung, fehlende Mehrzweck- und zu kleine Leichenhalle, unschöne, unbelebte Dorfmitte, fehlende Kita, unschöne Spielplätze.

Ortsteil Diersburg

» Gute Noten: Edeka-Einkaufsmarkt und Bäckerei mit Café, Kita, Grundschule, Landschaft und naturnahes Umfeld.

Schwächen: Kein Neubaugebiet, kein Bankautomat, schlechte ÖPNV-Anbindung, kein betreutes Wohnen, fehlendes Glasfasernetz, kaum Seniorenbetreuung.

Aus dem Gemeinderat gab es in der Hauptsache gute Noten für die Infrastruktur, die Gemeinschaftsschule und das Vereinsleben. Schwächen sah die Mehrheit in der Kommunikation, im Umgang mit der Infrastruktur, in Gebäudemanagement, Glasfasernetz und Straßenbau sowie in der Bürgerbeteiligung.

Der Abschlussbericht zum Masterprojekt Gemeindeentwicklung Hohberg umfasst nun eine lange Liste mit Möglichkeiten für die Baulandaktivierung, die Innenentwicklung der Teilorte, zur Nachverdichtung der Wohnbebauung, für städtebauliche Sanierungen und die Empfehlung für eine Gestaltungssatzung.

Der Gemeinderat wird auf Anregung von Bürgermeister Klaus Jehle erst am 29. September über die Ergebnisse diskutieren und einen Beschluss zur Umsetzung des Gemeindeentwicklungsprojekts Hohberg 2040 fassen.