Beitrag zur "europäischen Identität"

Wulf Rüskamp

Von Wulf Rüskamp

Do, 27. Juni 2019

Südwest

EU fördert Hochschulnetzwerk der Universität Freiburg mit weiteren sieben Universitäten.

FREIBURG. Es ist zwar nicht die ganz große Idee eines von der EU üppig unterstützten Universitätsverbunds, wie ihn die fünf Hochschulen in Freiburg, Karlsruhe, Straßburg, Mulhouse und Basel mal im Sinn hatten. Doch fünf Millionen Euro für drei Jahre von der EU sind durchaus kein schlechter Betrag, um die Kooperation zwischen europäischen Universitäten insbesondere in der Lehre zu verbessern.

Das Netzwerk "Epikur", in dem mit Freiburg, Karlsruhe, Straßburg und Mulhouse vier der fünf Hochschulen des Eucor-Verbunds am Oberrhein vertreten sind, hat jetzt in der europaweiten Konkurrenz von 54 Anträgen zusammen mit 16 weiteren den Zuschlag für die EU-Förderung erhalten. Gemäß der Ausschreibung wurde das Eucor-Netzwerk für "Epikur" ausgeweitet: Es gehören nun noch die Universitäten von Amsterdam (Niederlande) und Posen (Polen) dazu, die Aristoteles-Universität in Thessaloniki (Griechenland) und die Universität für Bodenkultur in Wien (Österreich).

Zusammen sind das an diesen acht Hochschulen 270 000 Studierende, für die unter anderem digitale Lehrformen entwickelt werden sollen, über die Vorlesungen und Seminare an allen Standorten zugleich stattfinden können – verbunden mit Präsenzveranstaltungen, zu denen dann die jungen Leute aus den sieben Ländern zusammenkommen. Deshalb soll im Rahmen von "Epikur" (eine Abkürzung des englischen Namens von "Europäische Partnerschaft für einen innovativen, Regionen verbindenden Campus") auch eine einheitliche Sprachpolitik entwickelt werden, um den internationalen Austausch zu ermöglichen.

Dazu sagt der Freiburger Rektor Hans-Jochen Schiewer: "Wir möchten junge Menschen ausbilden, die über Grenzen, Disziplinen, Kulturen und Sprachen hinweg die großen Herausforderungen angehen, denen sich Europa gegenübersieht." Er versteht eine derartige europäisch organisierte Lehre als "Stärkung der europäischen Identität". Dazu beitragen soll auch das sehr spezielle Programm des University College an der Freiburger Universität, das sich der fächerübergreifenden Bildung verschrieben hat.

Neben den Eucor-Hochschulen Karlsruhe und Freiburg erhalten auch die Unis Heidelberg und Tübingen mit jeweils eigenen europaweiten Hochschulnetzwerke die EU-Förderung. Damit war Baden-Württemberg in diesem Wettbewerb das erfolgreichste Bundesland – für Wissenschaftsminister Theresia Bauer (Grüne) ein Ausweis für die "exzellente Qualität und Innovationskraft" der heimischen Universitäten. Was man auch als Hinweis für den noch laufenden Exzellenzwettbewerb von Bund und Ländern lesen darf, in dem alle vier Unis noch dabei sind.