Kali-Abbau

Breisach und Buggingen: Furcht vor salzigem Erbe wächst

Andreas Frey

Von Andreas Frey

Mo, 31. Dezember 2012 um 15:19 Uhr

Südwest

Der Feind im Boden: Seit Jahrzehnten belasten die großen Salzhalden der Kali-Industrie das Grundwasser in Breisach und Buggingen. Die Verunsicherung der Bürger nimmt zu.

Früher, als es in Breisach noch richtige Feinde gab, sah man sie wenigstens kommen. Vom Münsterberg im Zentrum der Stadt öffnet sich einem der Blick in jede Himmelsrichtung. Er fällt auf den Rhein, das Land jenseits davon, auf die Vorbergzone und den Schwarzwald. Wie ein König thront Breisachs Wahrzeichen über diesem historischen Terrain. Kein Feind in Sicht.

Oder doch? Der Gegner, mit dem sich Breisach heute herumschlägt, sickert heimlich ein, breitet sich langsam aus. Ein riesiger Salzfluss strömt unter den Füßen der Breisacher nach Norden. Er versalzt das Grundwasser und zerfrisst Leitungen. Wenn Breisacher Bürger ihre Wasserhähne aufdrehen, strömt mitunter eine rostige Brühe heraus. Viele Bürger sind verunsichert, sie fürchten um ihre Gesundheit und ärgern sich über Kosten, die sie nicht verursacht haben. Jetzt soll auch noch eine neue Wasserleitung her. Geschätzte Kosten: drei Millionen Euro.

Sigmar Geisert, der Leiter des Tiefbauamts, muss sich den Frust seiner Mitbürger anhören und man wundert sich, warum sich die Stadt Breisach dies alles gefallen lässt. Sie hat das Wasser nicht versalzen, die Brühe schwappt aus dem Elsass heran. Und dort sind die Verursacher eindeutig zu identifizieren: die Dutzende Meter hohen Abraumhalden der Kali-Industrie. Von hier aus gelangt das Salz ins Grundwasser und strömt nach Breisach, wo es das Trinkwasser ungenießbar macht.

Die Salzwerte im Wasser steigen weiter
Geisert sagt, die Menschen hätten Angst. Kann ich das trinken? Darf ich mich damit waschen? Was ist mit den Kindern? Solche Fragen hört er regelmäßig. Vor allem die Menschen, die in Altbauten wohnen, beschweren sich, weil die ...

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