Hilfe für das Elsass

Bärbel Nückles

Von Bärbel Nückles

Mo, 23. März 2020

Südwest

Baden-Württemberg nimmt ein Dutzend Covid-19-Patienten auf / Dortige Politik zeigt sich erleichtert.

MULHOUSE/FREIBURG. Nach der dringenden Bitte um medizinische Hilfe für Covid-19-Patienten aus dem Südelsass sind am Wochenende die ersten sieben Schwerkranken aus dem Elsass in Kliniken nach Baden-Württemberg verlegt worden. Auch andere Bundesländer unterstützen die Nachbarn.

Brigitte Klinkert, die Präsidentin des Départementrates Haut-Rhin, sagte der BZ, dass Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) noch am späten Freitagabend auf ihre Bitte reagiert und eine Liste mit Kliniken und Militärkrankenhäusern sowie Kontakten per Mail geschickt habe. "Diese Hilfe ist sehr konkret und für uns eine enorme Erleichterung", sagte Klinkert. Es sei ihr wichtig, zu sagen, dass die grenzüberschreitende Zusammenarbeit funktioniere. Am Samstag habe sie alle Kontakte angerufen, die man ihr genannt habe. Ein erster Patient wurde noch am gleichen Tag nach Freiburg geflogen. Zusagen für die Übernahme von insgesamt zwölf Patienten kamen aus Baden-Württemberg – zwei kommen nach Freiburg, drei an die Uniklinik Heidelberg, das Klinikum Ulm und das Militärkrankenhaus Ulm stellen zusammen drei Intensivbetten bereit. Zwei weitere Covid-19-Kranke werden jeweils in Mannheim und in Villingen-Schwenningen untergebracht. "All das zusammen verschafft uns wieder etwas Luft", sagte Klinkert.

Die Region Grand Est teilte am Sonntag mit, dass weitere Plätze in Karlsruhe bereitstünden und dass auch Rheinland-Pfalz und das Saarland angeboten hätten, medizinische Hilfe zu leisten und Patienten aus dem Elsass aufzunehmen.

Am Freitag hatte Klinkert den Freiburger OB Martin Horn und Ministerpräsident Winfried Kretschmann um Unterstützung gebeten. Um Hilfe hatte sie auch in der Schweiz angefragt. Von dort kam die Zusage, sechs Kranke aufzunehmen.

Nachdem sich die Lage im Elsass und besonders im südlichen Teil, dem Haut-Rhin, zugespitzt hat, können dort kaum mehr zusätzliche Intensivpatienten aufgenommen werden. Allein im Haut-Rhin wurden mehr als 1000 Infektionsfälle bestätigt. 70 infizierte Patienten sind bis Sonntag gestorben.

In Mulhouse wurde am Wochenende auf einem Parkplatz neben dem Krankenhaus ein Feldkrankenhaus der französischen Armee errichtet, in dem 100 medizinische Helfer arbeiten werden. Es besteht aus fünf Zelteinheiten mit je sechs Intensivbetten. Bis Mitte dieser Woche solle es einsatzfähig sein.