Mit "Blütenzauber" zu Gold

Otto Schnekenburger Felix Graf

Von Otto Schnekenburger Felix Graf

So, 14. April 2019

Südwest

Der Sonntag Freiburger Konditorei-Lehrlinge messen sich mit ihren Pendants aus Südtirol.

Fünf Mal Gold, drei Mal Silber, acht strahlende junge Frauen aus Baden und aus Südtirol: In der Freiburger Gertrud-Luckner-Gewerbeschule gab es in dieser Woche einen niveauvollen internationalen Konditorinnen-Wettbewerb.

"Blütenzauber", "Farbenspiel" oder "Zauberwald": So hießen die Themen, die sich die jungen Frauen für ihre aus einem Schaustück, einer Torte, Mini-Torten, Petit Fours und Pralinen bestehenden Gesamtkunstwerke vorgegeben hatten. Entsprechend farbenfroh und variantenreich waren die Ergebnisse, die am Mittwoch zu bestaunen waren. Bewertet wurden sie dann nach Aussehen (Farbwahl), Form, Genauigkeit und natürlich Geschmack. Von insgesamt 100 Punkten erreichten alle Teilnehmerinnen mehr als 80. Dominik Ulrich (Bäckerei/Konditorei Beckesepp) von der Gastgeberseite und die bereits zu Konditoren-Weltmeisterehren gekommene Magdalena Raffl von der Emma-Hellenstainer-Gastronomie- und Hotelschule in Brixen bewerteten die Teilnehmer, die sich schon seit Oktober in abendlichen Trainings auf diesen Wettkampf vorbereitet hatten.

Im dritten Lehrjahr sind die acht Teilnehmerinnen, die die Mühen zur Vorbereitung auf den Wettkampf auf sich genommen haben. Drei aus der Ausbildungsklasse drittes Lehrjahr der Gertrud-Luckner-Gewerbeschule, fünf Gäste aus Österreich. Die Freiburger Schülerinnen machen ihre Ausbildung in angesehenen Betrieben wie etwa dem Café Schmidt in Freiburg oder der Konditorei des Colombi-Hotels. Kann so ein Wettkampf auch die Vorbereitung auf die ja nahen Gesellen-Abschlussprüfungen stören? "Ich sehe es auch als ideale Vorbereitung für die praktische Prüfung", meint Reinhard Ruf, Fachlehrer im Konditorhandwerk, der die Lehrlinge über mehrere Monate hinweg nach seiner regulären Unterrichtszeit ehrenamtlich für die Auseinandersetzung mit den Kolleginnen aus Italien fit gemacht hat. Hinzu komme der Austausch mit den Pendants aus einem anderen Land, bei dem oft Freundschaften entstehen.

"Die Arbeiten haben bereits Meisterniveau,", lobt Peter Duffner, der Abteilungsleiter Nahrung der Gertrud-Luckner-Gewerbeschule, in diesem Jahr Mitorganisator des Wettbewerbs, an dem bereits seit 2002 Freiburger Konditorengesellen teilnehmen. "Nur natürliche Wertstoffe wurden verarbeitet, keine Vorprodukte oder Convenience-Produkte durften verwendet werden", betont Duffner.

Nur Frauen stellten sich 2019 dem Wettkampf. "In diesem Ausbildungsjahr ist der Frauenanteil wirklich sehr hoch", räumt Duffner ein. "Aber Jungs haben auch schon oft teilgenommen."