Schuttertal / Raitbach

Mitfahrbänkle und Whatsapp-Gruppe: Wie Menschen ihren Nahverkehr selbst gestalten

Karl Heidegger

Von Karl Heidegger

Di, 11. Juni 2019 um 14:49 Uhr

Südwest

BZ-Plus Wenn in ländlichen Regionen kaum Busse fahren, nehmen immer mehr Bürger die Sache selbst in die Hand: Ortsbesuche im Ortenaukreis und im Wiesental zeigen, wie kreativ Mobilität sein kann.

Ein Bus? Da müsste man lange warten an der Haltestelle Dörlinbach-Hub. Stattdessen fahren zwei Traktoren mit Gülle-Anhängern vorbei, es riecht nach Landluft. Ehrenamtliche rackern auf einem Kickplatz, vom Hügel dahinter grüßt die Gedächtniskapelle – errichtet von zwei Brüdern zum Dank für die glückliche Heimkehr aus der Kriegsgefangenschaft. Heute dankt man zu ihrem Fuße für Alltagskniffe, zum Beispiel fürs Mitgenommenwerden. Denn hier, neben der Bushaltestelle, glänzt ein Bänkchen in Regenbogenfarben, darüber ein Schild: Mitfahrbänkle. Wer sich hier niederlässt, möchte nicht lange sitzen bleiben.

Höchstens 13 Busse am Tag – ohne Auto ist man hier aufgeschmissen
13 dieser bunten Bänkchen, an denen Menschen von vorbeifahrenden Autos mitgenommen werden können, gibt es im Tal der Schutter, das sich östlich von Lahr den Schwarzwald hinauf schmiegt. Hinter den Gemeinden Seelbach und Schuttertal kommen noch ein paar Weiler, stattliche Höfe und die Flecken Dörlinbach und Schweighausen. Die eine Straße kurvt über den Geisberg ins Elztal, die andere über den Streitberg auf die Hochebene von Freiamt oder wieder talwärts nach Kenzingen. Für Radsportler ein Paradies. Der öffentliche Nahverkehr dagegen ist ausbaufähig. 13 Busse fahren wochentags von Hub in Richtung Lahr, vornehmlich zu Schulzeiten. Samstags sind es vier, der letzte um 11.59 Uhr. Ohne Auto ist man hier aufgeschmissen. Doch es gibt Alternativen, forciert von Bürgern und der Verwaltung vor Ort, so wie in immer mehr ländlichen Regionen (siehe Infobox).

Ob die Sache mit den Mitfahrbänkle funktioniert, soll ein ...

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